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02.10.2014

11:47 Uhr

Anleihemarkt

Bond-Anleger warten auf EZB

Am europäischen Anleihemarkt halten sich die Kursveränderungen im Vorfeld der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in engen Grenzen.

Wieder einmal im Rampenlicht: Mario Draghi hat mit seinen Ankündigungen die Inflation in der Euro-Zone zu bekämpfen, eine Rally bei den europäischen Staatsanleihen ausgelöst. AFP

Wieder einmal im Rampenlicht: Mario Draghi hat mit seinen Ankündigungen die Inflation in der Euro-Zone zu bekämpfen, eine Rally bei den europäischen Staatsanleihen ausgelöst.

FrankfurtZehnjährige Bundesanleihen rentierten nach den Vortagesgewinnen kaum verändert mit 0,91 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future verlor 3 Basispunkte auf 150,18 Prozent. Auch an der Peripherie hielten sich die Veränderungen in Grenzen. Bei griechischen Staatsanleihen kam es allerdings zu einem merklichen Renditeanstieg von sieben Basispunkten auf 6,56 Prozent.

Spekulationen auf Anleihekäufe der EZB hatten zuletzt die Kurse gestützt. „Doch damit wird sich die EZB Zeit lassen, denn das ist ihr allerletztes Mittel, um noch mehr Liquidität in den Markt zu pumpen“, schrieben die Volkswirte der Essener Nationalbank in einem Marktkommentar. „Davon abgesehen dürfte sich gegen ein QE-Programm in Form eines Ankaufs von Staatsanleihen nicht nur aus Deutschland massiver Widerstand regen.”

Von Bloomberg News befragte Volkswirte rechnen ausnahmslos damit, dass der Leitzins bei 0,05 Prozent belassen und der Einlagensatz mit minus 0,2 Prozent bestätigt wird. Die Aufmerksamkeit dürfte sich daher auf die Einzelheiten zu dem Ankaufprogramm für Asset Backed Securities und Covered Bonds konzentrieren.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Zehnjährige US-Anleihen rentierten zwei Basispunkte tiefer mit 2,4 Prozent. Die Aufmerksamkeit richtet sich hier bereits auf den Arbeitsmarktbericht für September am Freitag, der nach dem höher als erwartet ausgefallenen ADP-Beschäftigungsreport erneut von der Erholung der US-Konjunktur zeugen dürfte, womit das weitere Vorgehen der US-Notenbank an Brisanz gewinnen würde.

Am Primärmarkt stockte Spanien Anleihen mit sechs und zehn Jahren Laufzeit auf. Das Verhältnis von Geboten zur Zuteilung betrug 4,67 beziehungsweise 1,51 bei den Langläufern, die Renditen lagen jeweils unterhalb der Werte der vorhergehenden Auktionen. Frankreich platzierte Bonds im Gesamtvolumen von acht Milliarden Euro. Die Emissionen teilten sich in eine sechsjährige, eine neunjährige und eine zehnjährige Tranche auf. Bei den zehnjährigen Papieren lag die Emissionsrendite mit 1,23 Prozent auf einem Rekordtief.

Kommentare (1)

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Herr Bernd Mayer

02.10.2014, 12:14 Uhr

Ich denke, das was jetzt in und mit der EZB passiert ist zwischen Draghi, Merkel und Schäuble abgestimmt und geschieht mit deren Einvernehmen.
Direkte Zahlungen sind unserer Kanzlerin inzwischen zu heikel, da wird dies halt über den Umweg der EZB gemacht.
In Frankreich muss der soll die Regierung aufrecht erhalten bzw. Le Pen verhindert werden ... und das kostet Geld, viel Geld.
Merkel setzt sich nicht mehr für Deutschland ein, sie spielt über Bande ihr europäisches Spiel ... Euro erhalten, koste es was es wolle.

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