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18.01.2017

03:36 Uhr

Anleihemarkt

Es geht noch was

VonFrank Wiebe

US-Experten nehmen die Zukunft der Bonds unter die Lupe. Prudential USA sieht Chancen im Anleihemarkt. Blackrock ist vorsichtiger. Gerade in diesem Bereich spielt schließlich die Politik die Hauptrolle.

In in mexikanischen Peso ausgegebenen Anleihen sieht Prudential-Stratege Robert Tipp Chancen. Allerdings gibt es Risiken. Reuters

Mexikanische Peso

In in mexikanischen Peso ausgegebenen Anleihen sieht Prudential-Stratege Robert Tipp Chancen. Allerdings gibt es Risiken.

New YorkDie Zinsen steigen. Die US-Notenbank Fed treibt sie an, und noch mehr die Erwartung einer ausufernden Finanzpolitik unter dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Ist unter diesen Umständen im Anleihemarkt noch Geld zu verdienen?

Nach Ansicht von Robert Tipp schon. „Die Chancen sind höher als die Risiken, Bonds sollten eine solide Entwicklung zeigen“, schreibt er in seinem neuesten Ausblick. Der Chefstratege bei PGIM Fixed Income, zum US-Versicherer Prudential gehörig, sieht vor allem Chancen bei Unternehmensanleihen und Zinspapieren aus Schwellenländern, mit Abstrichen auch im Hochzinsbereich. Blackrock dagegen rät eher zu defensiven Positionen. Anleger sollten die Laufzeiten verkürzen und inflationsgeschützte Papiere kaufen, heißt es dort.

Tipp, der eines der größten Anleiheportfolios der USA verwaltet, hat auch einen Blick zurück ins Jahr 2016 geworfen. Besonders gut haben da US-Hochzinsanleihen mit einer durchschnittlichen Gesamtrendite von 17,5 Prozent abgeschnitten. US-Staatsanleihen liefern dagegen nur ein Prozent ab. Immerhin waren alle Bereiche positiv, während 2013 bis 2015 jeweils einige Zins-Märkte den Anlegern nur Miese beschert haben.

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Tipp sieht weltweit große Produktionskapazitäten, aber nur schwaches Wachstum. Weil die Anleihemärkte sich gegenseitig beeinflussen, glaubt er daher nicht an einen zu starken Anstieg der Renditen in den USA, obwohl dort die wirtschaftliche Entwicklung recht solide ist. Anleihen werden eben oft gerade dann gekauft, wenn die Wirtschaft schwächelt.

Nach der Wahl von Donald Trump hatten Investoren Geld in großem Maßstab von Aktien in Anleihen umgeschichtet. Das drückte die Kurse der Zinspapiere und sorgte im Gegenzug für höhere Renditen. Dieser Trend ist aber inzwischen gebremst, er hat sogar Rückschläge erlitten. Nach anfänglichem Enthusiasmus für Trumps Pläne, die Steuern zu senken und die Ausgaben zu erhöhen, ist etwas Ernüchterung eingetreten, was zu einer abwartenden Haltung führt.

Wegen der politischen Unsicherheit sieht Tipp sehr unterschiedliche mögliche Szenarien voraus. Aber selbst im besten Fall für die US-Wirtschaft bieten seiner Meinung US-Staatsanleihen, die häufig in Krisenzeiten gekauft werden, noch etwas mehr Chancen als Risiken.

Zudem glaubt er, dass die Risikoaufschläge für Hochzinsanleihen relativ niedrig bleiben, wenn die US-Notenbank die Zinsen erhöht. Diese Entwicklung war beim letzten Zinserhöhungszyklus der Fed zu beobachten. Insgesamt geht Tipp von einer nicht zu übertriebenen Finanzpolitik in den USA aus und hält deshalb die Risiken steigender Inflation und hoher Mittelabflüsse aus Schwellenländern für begrenzt.

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