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09.08.2011

09:58 Uhr

Anleihemarkt

EZB kauft noch mehr Schuldenbonds

Die EZB versucht mit aller Macht, Italien und Spanien zu stützen. Sie kauft noch mehr Anleihen der Schuldenstaaten auf - allerdings nur auf dem Sekundärmarkt. Der Euro kann sich derweil ein wenig erholen.

Auf einer Glasscheibe in der Europäischen Zentralbank ist das Euro-Zeichen zu sehen. Quelle: dpa

Auf einer Glasscheibe in der Europäischen Zentralbank ist das Euro-Zeichen zu sehen.

Paris, FrankfurtDie Europäische Zentralbank ist am Anleihemarkt aktiv. Trichet schloss zugleich aus, dass die Notenbank in Bedrängnis geratenen Staaten wie Italien und Spanien Schuldtitel direkt abkauft, sagte der EZB-Präsident am Dienstag dem französischen Rundfunksender Europe 1. „Das sollten wir nicht tun und das können wir auch nicht tun.“ Die EZB darf den Bestimmungen zufolge nicht am sogenannten Primärmarkt aktiv werden, da damit eine unuzlässige Schuldenfinanzierung der Staaten verbunden wäre.

Am Montag hatte die Zentralbank spanische und italienische Staatstitel am Sekundärmarkt aufgekauft und damit die zuletzt rasant gestiegenen Risikoaufschläge der ins Visier der Märkte geratenen Schuldenländer gedrückt. Danach hatte Trichet den Beschluss zur Wiederbelebung des Aufkaufprogramms verteidigt, das inmitten der Marktturbulenzen um Spanien und Italien von den Notenbankern reaktiviert wurde. Kritiker wenden ein, dass mit dem Programm die Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik unzulässig verwischt wird. Trichet forderte in dem Rundfunkinterview zugleich, dass die europäischen Gipfelbeschlüsse vom 21. Juli „so rasch wie möglich“ umgesetzt werden müssten. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hatten sich darauf verständigt, die Kompetenzen des noch bis Mitte 2013 laufenden Rettungsschirms EFSF auszuweiten. Unter anderem soll er ermächtigt werden, am Markt Anleihen von Krisenländern aufzukaufen. Damit wäre die EZB von der Aufgabe entlastet, Anleihen aufzukaufen.

Kommentare (4)

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09.08.2011, 10:23 Uhr

Herr Trichet sollte bitte doch mal aufzeigen von wem und zu welchem Preis die Anleihen gekauft werden. Das Italienische Parlament ließ Ähnliches gestern auch verlauten. Hier wird mit dem Geld von Steuerzahlern rumgeschmissen! Diese haben ein Recht auf vollkommene Transparenz! Her mit den Zahlen Herr "Währungshüter"...!

Ankauf

09.08.2011, 10:37 Uhr

Trichet handelt entgegen der Stazung der EZB. Undemokratisch auf Ankündigung Berlusconis, ohne dass das Sparpaket schon durchs Parlament wäre, belastete er (wahrscheinlich auf Sarkos Anweisung) die deutschen Steuerzahler.
Wenn Spanien und Italien ausfallen belaüft sich der deutsche Nachschusspflichtanteil auf 43%.
Man sollte mal zusammenrechnen, wie teuer der Euro von Beginn an (Kapitalabfluss, target2-Salden, EZB, Rettungen, auch deutscher Anteil für den IWF,...) Deutschland kostete und kostet. Der Euro ist nicht nur ökonomisch Unsinn, sondern auch ein politisches Debakel, da er die Demokratie aushöhlt und Parlamente (wie jetzt Trichet) umgeht. Warum gibt es nicht Euroskeptiker in den Blockparteien? Oder das BVerfG muss doch endlich handeln.

nobum

09.08.2011, 11:17 Uhr

Merkel hat ein Jahr nichts gemacht, um danach die Privaten mit zu belasten. Damit hat sie die große Krise herbeigewartet. Die Privaten geben kein Geld mehr.
Damit der Laden nicht zusammenbricht und eine Staatspleite samt Weltwirtschaftskrise erneut ausbricht, muß die EZB die Staatsanleihen kaufen.
Die Politiker sind im Urlaub, die Gesetze warten (ES... und ES..)

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