Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.12.2014

11:54 Uhr

Anleihen

Anleger hoffen auf 2015

Die Prognosen von steigenden Renditen bei Staatsanleihen aus der Euro-Zone 2014 haben sich als falsch erwiesen. Die Renditen befinden sich für viele Länder auf einem Tiefpunkt. 2015 soll dank EZB besser werden.

Europa im Fokus: Die Fahnen der EU-Länder. dpa

Europa im Fokus: Die Fahnen der EU-Länder.

FrankfurtVor gut einem Jahr waren sich Anleger noch sicher, dass sich die Wirtschaft in der Euro-Zone positiv entwickeln und die Renditen für Staatsanleihen steigen würden. Doch ist die gegenteilige Entwicklung eingetreten. Die Konjunktur ist schwach, die Renditen für Staatsanleihen fallen immer weiter. Investoren fragen sich jetzt was die europäische Zentralbank (EZB) noch unternehmen kann, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

Am 16. Dezember 2013 lag die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bei 1,84 Prozent und Analysten erwarteten einen Anstieg auf 2,20 Prozent bis zum Jahresende 2014. Stattdessen ist die Rendite weiter gefallen und markierte am 17. Dezember ein Rekordtief von 0,565 Prozent. Auch die Renditen von Anleihen aus Ländern wie beispielsweise Irland und Italien fielen auf ihr Rekordtief.

Investoren spekulieren verstärkt darauf, dass die EZB den Widerstand in den eigenen Reihen überwinden und Anfang 2015 mit Käufen von Staatsanleihen (QE) in einem breiten Umfang beginnen wird. Bei zehnjährigen spanischen Bonds sank die Rendite am 23. Dezember auf 1,644 Prozent, während sie Ende 2013 noch bei 4,15 Prozent lag. Die Rendite für italienische Papiere fiel von 4,13 Prozent zum Jahresende 2013 auf 1,911 Prozent am 23. Dezember 2014. Bereits einen Tag zuvor markierten portugiesische Bonds mit 2,679 Prozent ein Renditetief, während irische Anleihen eine Woche vorher nur noch bei 1,262 Prozent notierten.

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

Die Zentralbanker um Mario Draghi haben signalisiert, dass sie die bisherigen Konjunkturmaßnahmen wohl mit dem Einsatz einer quantitativen Lockerungspolitik erweitern werden. Das gab die Zentralbank bekannt nach dem die Inflation in der Eurozone erneut gesunken war. Käufe von Staatsanleihen dürften die Renditen im Euroraum weiter nach unten drücken. Sollten die Konjunkturmaßnahmen erfolgreich sein, Inflation und Wachstum also steigen, dürfte die Nachfrage nach Staatsanleihen allerdings sinken. In einer Bloomberg-Umfrage prognostizierten Analysten im Median einen Anstieg der Rendite für eine zehnjährige Bundesanleihe auf 1,1 Prozent bis Ende 2015. Forward-Zinssätze deuten jedoch auf einen deutlich geringeren Anstieg auf nur 0,73 Prozent hin.

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

In einer im Dezember durchgeführten Bloomberg-Umfrage erwarteten 90 Prozent der Befragten einen Beginn des Quantitative- Easing Programms Anfang 2015. In der November-Umfrage rechneten nur 57 Prozent damit. Die Ankündigung des QE dürfte den Ökonomen zufolge im ersten Quartal kommen. Experten sind der Auffassung, dass diese Entscheidung gegen den Willen einiger Währungshüter gefällt wird. Die nächste geldpolitische Sitzung der EZB steht am 22. Januar an.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

30.12.2014, 17:49 Uhr

Die Prognosen von steigenden Renditen bei Staatsanleihen aus der Euro-Zone 2014 haben sich als falsch erwiesen

-----------------------------------------------------

Ebenso sind die extreme Hoffnungen für ein positives 2015 in Europa nicht nur übertrieben ...

sondern vollkommen falsch.

Von nichts ...kommt nichts.

Und Europa ist derzeitig am aller schlechteste von der " EU " geführt.

" EU-POLITIKER ARBEITEN NUR 37 STUNDEN-WOCHE...

ABER ERWARTEN VON 500 MILLIONEN EU-BÜRGER WUNDER ??? "

Politik muss mit Beispiels Funktion voran gehen.

DIE EU VERSAGT IMMER MEHR.

In den TV-NACHRICHTEN ANTWORTEN MENSCHEN AUS DEM VOLK EHER MIT BESSERE LÖSUNGEN ALS DIE EU AUF EU-PROBLEME.

Aber DIREKTE DEMOKRATIE IST DIE ZUKUNFT FÜR EUROPA...

dass aber die Existenz der EU-VÄTERLES PLÄTZE IN DER EU

( SIND NICHT LÄNGER HINNEHMBAR UND ERZEUGEN IMMER MEHR

EU-WUT-BÜRGER ) ,zu behalten gefährdet

und daher von der EU nicht akzeptiert wird.

EU ... WACH AUF...FÜHRE DIREKTE DEMOKRATIE EIN !

Sonst läuft Europa die Gefahr eines Bürgerkrieges !!!!!


Menschen kann man nur wirklich motivieren...

wenn man diese auch in der Verantwortung involviert.








Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×