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07.04.2014

11:28 Uhr

Anleihen

Anleger reißen sich um griechische Papiere

Die Rendite griechischer Anleihen sinkt immer weiter. Athen will die Gunst der Stunde nutzen. Der Finanzminister kündigt an, dass das Land neue Papiere ausgeben wird. Schon bald soll es so weit sein.

Fahnen wehen vor der Akropolis: Die griechische Regierung kündigt den Marktgang bis Juni an. dapd

Fahnen wehen vor der Akropolis: Die griechische Regierung kündigt den Marktgang bis Juni an.

AthenWann genau die Rückkehr geschehen soll, sagte er jedoch nicht. Es gebe „absolut keine Eile“. Medien spekulieren seit Tagen, dies könnte bereits schon am Montag oder spätestens bis Ende der Woche der Fall sein. Die Nachrichtenagentur dpa erfuhr aus Kreisen des Finanzministeriums, es sei alles bereit. Man warte nur auf die Anweisung von höheren Stellen, um den ersten Marktgang nach mehreren Jahren zu starten. Vor vier Jahren war Griechenland unter den Rettungsschirm internationalen Geldgeber geflüchtet.

Kurz vor dem erwarteten Comeback haben Anleger bei ausstehenden griechischen Anleihen erneut zugegriffen. Die Rendite der zehnjährigen griechischen Titel fiel auf 6,116 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit März 2010. Griechische Papiere schafften einen Ertrag von 23 Prozent – die beste Entwicklung unter den 34 Märkten, die von den Bloomberg-World-Bond-Indexes abgebildet werden.

Kapitalbedarf der Euro-Staaten 2014

Deutschland

Refinanzierungsbedarf 2014: 173 Milliarden Euro
Davon im ersten Quartal gedeckt: 26,6 Prozent
Quelle: Commerzbank, Stand: 28.03.2014

Frankreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 198 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 29,7 Prozent

Spanien

Refinanzierungsbedarf 2014: 125 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 35,3 Prozent

Österreich

Refinanzierungsbedarf 2014: 24 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 15,3 Prozent

Niederlande

Refinanzierungsbedarf 2014: 50 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 40,5 Prozent

Belgien

Refinanzierungsbedarf 2014: 34 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 41,3 Prozent

Italien

Refinanzierungsbedarf 2014: 247 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 28,2 Prozent

Portugal

Refinanzierungsbedarf 2014: 8 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 65,6 Prozent

Finnland

Refinanzierungsbedarf 2014: 12 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,3 Prozent

Irland

Refinanzierungsbedarf 2014: 10 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 47,5 Prozent

Slowenien

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,7 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 33,0 Prozent

Slowakei

Refinanzierungsbedarf 2014: 7,0 Milliarden Euro

Davon im ersten Quartal gedeckt: 36,4 Prozent

Spekulationen um Wertpapier-Käufe der Europäischen Zentralbank (EZB) schürten die Kauflaune zusätzlich, sagte ein Börsianer. Hiervon profitierten auch die Anleihen anderer südeuropäischer Staaten. Zehnjährige Papiere Spaniens und Italiens standen ebenfalls hoch im Kurs. Ihre Renditen hielten sich mit 3,133 beziehungsweise 3,150 Prozent in Reichweite ihrer Tiefs vom Freitag.

Griechenland-Anleihen: Rückkehr aus der Unterwelt

Griechenland-Anleihen

Rückkehr aus der Unterwelt

Griechenland drängt zurück an den Kapitalmarkt. Die Regierung will einen Erfolg um jeden Preis. Aber ist das Land überhaupt dafür bereit? Und wer soll neue Anleihen kaufen? Ein gewagtes Experiment steht kurz bevor.

Einem Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zufolge laufen bei der EZB Planspiele zu Wertpapier-Käufen im Volumen von bis zu einer Billionen Euro. Damit soll die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abgewehrt werden. Die EZB wollte sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern.

Griechenland denkt über die Emission einer fünfjährigen Anleihe im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro nach. Börsianern zufolge könnte der Mittelmeer-Anrainer diese Papiere bereits in den kommenden Tagen anbieten. In den vergangenen Monaten hatten die ebenfalls mit europäischen Milliarden gestützten Länder Irland und Portugal erfolgreich neue Bonds platziert.

Kommentare (21)

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07.04.2014, 11:58 Uhr

Wenn nach (!) der EU-Wahl durch die dann bald eingeführten, dann alternativlosen Euro-Bonds die Zinsen sinken, dürften sich gewaltige Kursgewinne ergeben! Das dürften die institutionellen Anleger und Banken durch "politische Insiderinformationen" längst in ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen. Hier machen mal wieder die Banken einen guten Schnitt! Wer bezahlt's letztendlich? Richtig! Der Deutsche Michl, der nichts davon versteht, nicht ahnt und wie immer auf die vorsätzlichen Wahllügen hereinfällt und erst hinterher wieder schlauer ist. Jedes Volk hat die Regierung, die es gewählt und somit auch verdient hat...

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07.04.2014, 12:05 Uhr

GS, reißen, Papiere:
Das wird noch ein ganz heftiger Spaß werden für Brüssel.
Und Herr Schulz wird uns dann erklären, ob wir noch wissen, wie das dasmals war als er Bürgermeister in Würselen gewesen war...

Ja, der Herr Schulz: immer wieder Anlaß zu tiefzuempfindender Freude über den Zustand Europas.

Und da Herr de Misere gerne zu abend frühstückt haben wir alle sehr großen Anlaß zu ausgesprochen großer Freude...

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07.04.2014, 12:22 Uhr

Man kann die Papiere bedenkenlos zeichnen, da der Deutsche Steuerzahler bürgt. Nach der Wahl, werden Mutti und Rolli verkünden, dass die Rettung Griechendlands alternativlos ist und dass das Land auf einem guten weg sei...

Im Mai sollten wir den Blockpartien einen Rüffel erteilen. Wer macht mit?

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