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05.09.2014

11:38 Uhr

Anleihen

Anlegern drohen sieben dürre Jahre

Sichere Anleihen werfen fast keine Zinsen ab – und das dürfte sich in den kommenden Jahren nicht ändern. Diese düstere Prognose kommt von einem renommierten Anlagestrategen. Immerhin hat er einen Rat für Anleger.

Die Bond-Rally ist vorbei: Jetzt müssen sich Investoren auf schwierigere Zeiten einstellen. AFP

Die Bond-Rally ist vorbei: Jetzt müssen sich Investoren auf schwierigere Zeiten einstellen.

New YorkAnlegern drohen sieben dürre Jahre: Diese düstere Prognose kommt von Jonathan Mackay, Stratege bei Morgan Stanley Wealth Management. Investoren müssten bis 2021 gedulden, bevor sie wieder Gewinne mit halbwegs sicheren Anleihen machen werden.

Der Experte prognostiziert, dass die Wertpapiere aus dem Bereich „Investment-Grade“ in den kommenden sieben Jahren nur jährliche Erträge zwischen ein und zwei Prozent generieren werden. Das bedeutet letztlich nichts anderes, als dass sie ihren Besitzern unter Berücksichtigung der Inflation Verluste bescheren dürften.

Das wäre gleichbeutend mit einer Zeitenwende. Schließlich haben Anleihen eine jahrzentlange Rally hinter sich. In den vergangenen 30 Jahren bis 2012 warfen sie jährlich im Schnitt 8,7 Prozent Rendite ab.
Investoren sollten „eine durchschnittlich geringere Allokation bei Anleihen haben als im vergangenen Zyklus, weil sie einfach nicht die Zinseinnahmen und Erträge generieren“, erklärt der führende Stratege in der rund zwei Billionen Dollar schweren Vermögensverwaltungssparte von Morgan Stanley.

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

Um Verluste zu umschiffen, rät er zum Kauf von Hochzins-Anleihen. Zwar hätten sich Bonds mit besserer Bonitätsnote im Jahr 2014 besser entwickelt als risikoreichere Anleihen, doch das könne sich nun ins Gegenteil verkehren.

„Was wir vorschlagen, ist, dass Sie einfach weniger Ihrer Bonds-Anlagen in den als sicherer Hafen wahrgenommenen, oder einst als sicherer Hafen wahrgenommenen, Anleihen haben“, erklärt Mackay weiter.

Kommentare (1)

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Herr Fritz Yoski

05.09.2014, 12:37 Uhr

"Um Verluste zu umschiffen, rät er zum Kauf von Hochzins-Anleihen."
Ich rate zu Hochzins-Anleihen um Verluste zu steigern.

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