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24.11.2011

12:47 Uhr

Anleihen auf Ramsch-Niveau

Der Rating-Albtraum holt Portugal ein

VonRalf Drescher

Erneut verschärft sich die europäische Schuldenkrise: Während sich die Anleger um Italien und Spanien sorgen, nimmt sich die Ratingagentur Fitch Portugal vor. Für das kommende Jahr malt Fitch pechschwarz.

Portugal gerät in der Euro-Krise wieder stärker unter Druck. dpa

Portugal gerät in der Euro-Krise wieder stärker unter Druck.

DüsseldorfDie Ratingagentur Fitch hat das Rating für Portugal auf "Ramsch"-Niveau zurückgesetzt. Die Bonitätsnote werde von "BBB-" um eine Stufe auf "BB+" zurückgenommen, teilte die Agentur mit. Zusätzlich ist der Ausblick negativ. Das heißt, es drohen weitere Herabstufungen.

Die Ratingagentur begründete ihren Schritt mit den großen Ungleichgewichten im Haushalt, der hohen Verschuldung über alle Sektoren hinweg sowie einem ungünstigen konjunkturellen Ausblick. Fitch rechnet damit, dass die portugiesische Wirtschaft nächstes Jahr um drei Prozent schrumpft. Die Konjunkturentwicklung dürfte die Konsolidierung der Staatsfinanzen weiter erschweren. Die angestoßene Reformen dürften sich dagegen erst langfristig auswirken.

Die portugiesischen Staatsschulden dürften bis Ende des Jahres auf 110 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Im Juli hatte bereits der Konkurrent Moody's sein Rating für Portugal auf Ramsch gesenkt. Mit "Ba2" bewertet Moody's das Land sogar noch eine Note schlechter als Fitch. Die dritte große Ratingagentur, Standard & Poor's gibt Portugal bisher noch die Note "BBB-", dies ist die letzte Stufe des so genannten Investment Grade, das für als solide geltende Schuldner vergeben wird.

In den vergangenen Wochen stand Portugal in der europäischen Schuldenkrise weniger im Fokus. Das Interesse von Investoren und Medien richtete sich vor allem auf Italien, Spanien und auch Frankreich. Am Anleihemarkt war von einer Entspannung allerdings nichts zu spüren. Die Renditen für zehnjährige portugiesische Staatspapiere lagen zuletzt wieder über zehn Prozent. Höhere Renditen gibt es im Euro-Raum nur auf griechische Anleihen.

Wegen des massiven Renditeanstiegs und der unzumutbar hohen Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt hatte sich Portugal bereits vor Monaten unter den europäischen Rettungsschirm EFSF gerettet. Seither erhält das Land Hilfszahlungen. Unmittelbare Auswirkungen auf die Kassenlage des Landes hat die Entscheidung von Fitch damit nicht.

Dennoch stiegen die Renditen am Donnerstag nach der neuerlichen Hiobsbotschaft weiter an. Am Mittag warfen zehnjährige portugiesische Papiere bereits 10,75 Prozent ab. Im Sog gerieten auch die Staatstitel anderer Euro-Länder erneut unter Druck, vor allem die aus Griechenland und Belgien. Zehnjährige italienische Bonds hielten sich nur knapp unter der Marke von sieben Prozent. Der Euro zeigte sich bei Kursen um 1,3380 Dollar dagegen weitgehend unbeeindruckt. Auch der portugiesische Aktienindex PSI-20 hielt sich zunächst in der Gewinnzone.

Kommentare (10)

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nobum

24.11.2011, 13:19 Uhr

Das ist ein Ablenkmanöver vom Scheitern des "Supercommittee". Das US-Rating ist bisher nicht geändert worden.
Nach dem Motto: "Da hauen wir lieber den Portugiesen auf den Kopf, die können das vertragen, und da kräht kein Hahn nach."

goldhamster

24.11.2011, 13:29 Uhr

^ Wohl wahr, Handelsblatt übernimmt einfach mal so die Anweisungen von den "Oberen Herrschenden", ohne Kritik zu üben. Würde mal sagen, wir müssen den Drecksladen, der sich EU-verkoppelte-BRD nennt, selbst ausmisten, und über kurz das komplette System den Lokus runterspülen.

tomy

24.11.2011, 13:38 Uhr

bitte macht dem ganzen ein ende.

gehen wir alle zu unseren eigenen währungen zurück.

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