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11.09.2013

12:23 Uhr

Anleihen-Auktion

Italien bezahlt Berlusconi-Streit mit höheren Zinsen

Die Auktion von italienischen Staatsanleihen spült 8,5 Milliarden Euro in die Staatskasse, allerdings verlangen Investoren deutlich höhere Zinsen. Grund dafür ist, dass Italien permanent eine Regierungskrise droht.

Rücktritt und Regierungskrise? Silvio Berlusconis Zukunft verunsichert Investoren. Reuters

Rücktritt und Regierungskrise? Silvio Berlusconis Zukunft verunsichert Investoren.

RomItalien kommt das politische Hick-Hack um den Verbleib von Silvio Berlusconis Partei PDL in der Regierung teuer zu stehen. Bei der Versteigerung einer einjährigen Staatsanleihe kletterte der Zins am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Dezember 2012. Die Investoren bekommen im Schnitt 1,34 Prozent, teilte das Finanzministerium in Rom mit. Vor einem Monaten begnügten sie sich noch mit 1,053 Prozent. Die Auktion spülte 8,5 Milliarden Euro in die Staatskasse, weitere drei Milliarden kamen bei der Versteigerung dreimonatiger Papiere zusammen.

Anleger verlangen angesichts der instabilen politischen Lage einen höheren Risikoaufschlag. Erstmals seit eineinhalb Jahren liegt der Zins für eine zehnjährige Staatsanleihe wieder über dem von Spanien. "Solange die Situation um Berlusconi ungeklärt und die Regierung gefährdet bleibt, wird sich daran nichts ändern", sagte KBC-Ökonom Mathias van der Jeugt.

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Italiens Schuldenberg wächst weiter. Die Regierung plant, mit über zehn Milliarden Euro alte Rechnungen bei heimischen Firmen zu begleichen. Damit treibt Italien sein Neuverschuldungsziel bewusst in die Höhe.

Die Entscheidung über die politische Zukunft des früheren Ministerpräsidenten Berlusconi hängt weiter in der Luft. Angesichts der Drohungen von Berlusconi-Parteifreunden, im Falle eines Ausschlusses aus dem Parlament die Regierung platzen zu lassen, verschob der zuständige Senatsausschuss die Abstimmung am Dienstagabend. Berlusconi soll nach der Verurteilung wegen Steuerhinterziehung aus dem Senat ausgeschlossen werden.

Von

rtr

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