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01.09.2015

14:49 Uhr

Anleihen

Bundesanleihen seitwärts, US-Treasuries ziehen an

Die China-Turbulenzen bereiten Anlegern weiterhin Sorgen. Bei den Renditen festverzinslicher Papiere sorgen sie für einen Abwärtsdruck. Zehnjährige US-Staatsanleihen sind besonders gesucht.

US-Treasuries gelten als besonders sicher. dpa

US-Treasuries gelten als besonders sicher.

FrankfurtDeutsche Bundesanleihen haben am Dienstag anfängliche Kursgewinne wieder eingebüßt und bewegten sich zuletzt um den Vortagesstand.

Die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen waren bei 0,79 Prozent wenig verändert. Am Terminmarkt fiel der Bund-Future um sechs Basispunkte auf 153,03 Prozent. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten bei 2,17 Prozent fünf Basispunkte niedriger.

Die als besonders sicher geltenden Treasuries waren angesichts des erneuten Kurseinbruchs an den chinesischen Börsen und des Rückgangs des chinesischen Einkaufsmanagerindex gesucht.

„Jeder ist wegen der Konjunkturabschwächung in China besorgt”, sagte Fondsmanager Kei Katayama von Daiwa SB Investments in Tokio. Das sei nun ein wichtiger Einflussfaktor für den Markt und es gebe gewissen Abwärtsdruck auf die Renditen festverzinslicher Papiere.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Am Primärmarkt nahm Österreich 1,430 Milliarden Euro über zwei Anleihen auf. Das 2025 fällige Papier kam mit einer Emissionsrendite von 1,08 Prozent an den Markt, verglichen mit 0,86 Prozent bei der letzten Auktion am 4. August.

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