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18.07.2014

11:43 Uhr

Anleihen

China droht nächste Bond-Pleite

In China zeichnet sich die nächste Unternehmenspleite ab: Die Huatong Road & Bridge Group wird die Auszahlung von 400 Millionen Yuan einer fälligen Anleihe wohl nicht leisten können. Mit drastischen Folgen.

Die Baufirma Huatong Road & Bridge verpasst als erstes chinesisches Unternehmen sowohl eine Tilungs- als auch Zinszahlung. dpa

Die Baufirma Huatong Road & Bridge verpasst als erstes chinesisches Unternehmen sowohl eine Tilungs- als auch Zinszahlung.

ShanghaiChina steht vor dem zweiten Zahlungsausfall bei einer Firmenanleihe auf dem Festland. Ein Bauunternehmen hatte erklärt, dass es in der kommenden Woche möglicherweise seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen wird. Beobachter werten dies als weiteres Anzeichen für Stress in der Region mit den weltweit höchsten Unternehmensschulden.

Huatong Road & Bridge Group Co. könnte nach eigenen Angaben eine Zahlung im Volumen von 400 Millionen Yuan (knapp 50 Millionen Euro) verpassen, die für den 23. Juli ansteht. Das geht aus einer Mitteilung an das Shanghai Clearing House hervor.

Der erste Bonds-Zahlungsausfall eines Unternehmens auf dem chinesischen Festland hatte sich im März dieses Jahres ereignet, als Shanghai Chaori Solar Energy Science & Technology einer Kupon-Zahlung nicht nachkam. Huatong Road wäre das erste Unternehmen, das sowohl eine Tilgungs- als auch Zinszahlung verpassen würde.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Chinesische Unternehmen haben so viele Schulden wie die Firmen keines anderen Landes. Ihre Geldausleihungen beliefen sich zum 31. Dezember auf 14,2 Billionen Dollar - mehr als die 13,1 Billionen Dollar von US-Firmen, zeigt ein Bericht von Standard & Poor's vom 15. Juni.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass es zu einem Ausfall bei der Firma kommen wird“, sagte Xu Hanfei von Guotai Junan Securities Co. „Falls es dazu kommt, wird das Ereignis große Folgen für die Risiko-Einstellung der Investoren haben.“ Guotai Junan ist die Nummer drei unter den chinesischen Brokern.

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