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24.10.2013

10:49 Uhr

Anleihen

Die neuen Exoten

VonSara Zinnecker

Emerging Markets waren einmal – bessere Chancen für Anleger sehen Experten derzeit in afrikanischen Staaten südlich der Sahara, in Osteuropa und im Nahen Osten. Was Frontier-Märkte auszeichnet und wo die Risiken liegen.

Eine Giraffe im Kilimandscharo Nationalpark. Kenias Wirtschaft dürfte in den nächsten Jahren boomen. Reuters

Eine Giraffe im Kilimandscharo Nationalpark. Kenias Wirtschaft dürfte in den nächsten Jahren boomen.

DüsseldorfDer frühe Vogel fängt den Wurm, dieses alte Sprichwort gilt auch für Anleger. Denn diejenigen Investoren profitieren am meisten, die zeitig genug auf einen neuen Trend aufspringen. Investments in sogenannte Frontier-Märkte, in exotische Regionen der Erde, könnten ein solcher Trend sein. Denn afrikanische Staaten südlich der Sahara, aber auch Serbien oder Weißrussland und eingeschränkt selbst der Irak und Ägypten haben Vorteile gegenüber den traditionellen Emerging Markets.

Anders als für Brasilien, Russland oder Indien erwarten Experten bei Frontier-Märkten starkes Wachstum. Erst kürzlich lobte die Ratingagentur Moody‘s die Wachstumschancen der ehemaligen portugiesischen Kolonien Angola und Mosambik. Bernhard Esser, Schwellenland-Experte bei HSBC Trinkaus, sieht auch Kamerun, Kenia, Tansania, Uganda, Ghana in einer Phase des „elementaren Aufschwungs“. Die Industrialisierung schreite voran, die erstarkende Mittelschicht dränge auf stabile Verhältnisse. „Die Wirtschaft wird boomen“, sagt Esser.

So könnten solche Anleger profitieren, die bereit sind, das Wachstum der Staaten mitzufinanzieren. Experten zufolge wollen Frontier-Staaten in den nächsten Jahren Kapital in zweistelliger Milliardenhöhe über Anleihen einsammeln.  

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„Frontier-Märkte sind in der Regel nur gering verschuldet, haben also grundsätzlich die Finanzkraft, die Schuldtitel auch zu bedienen“, sagt Max Wolman, Fondsmanager bei Aberdeen Asset Management. Auch die weltweite Finanzkrise hätte den Staaten nichts anhaben können, analysierte die Ratingagentur Moody‘s. Ein politisches Risiko sei vorhanden – allerdings könnten Anleger einen höheren Risikoaufschlag auf die Zinskupons erwarten. Während in Afrika die Durchschnittsrenditen zuletzt bei rund sechs Prozent lagen, hält Aberdeen Asset Management in einem gut diversifizierten Anleiheportfolio Renditen zwischen acht und 12 Prozent für möglich.

Einen weiteren entscheidenden Vorteil für Investoren sieht Wolman schließlich darin, dass Frontier-Staaten einen Teil ihrer Anleihen auch in lokaler Währung begeben. Damit tue sich plötzlich eine Alternative für Investoren auf, die nicht länger in US-Anleihen investieren wollen. Erst im Sommer hatte es den letzten großen Ausverkauf von Dollar-Bonds gegeben.

Damals hatte US-Notenbankchef Ben Bernanke verkündet, die Politik des billigen Geldes nicht mehr ewig fortführen zu wollen. Investoren sahen die Stunde der Aktien gekommen und stießen einen Großteil amerikanischer, aber auch in Dollar gehandelter Schwellenländer-Anleihen ab. Zwar blieben dann die Zinsen für erste niedrig; auch einige Experten rechnen damit, dass sich der Dollar-Anleihenmarkt bis zum Jahresende stabilisiert. Doch gibt es genügend Anleger, die einen Zahlungsausfall der USA fürchten und lieber ganz die Finger von Dollar-Papieren lassen.

Kommentare (1)

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stangassinger

24.10.2013, 13:17 Uhr

Leider scheint die im Artikel angegebene Mindestanlagesumme (1090 EUR?) hier nicht zu stimmen.
Laut Webseite der Fondsgesellschaft richtet sich der Fonds an institutionelle Anleger mit einer Mindestanlagesumme von 200.000 Dollar.

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