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19.06.2015

13:36 Uhr

Anleihen

Griechenlandkrise belastet Anleihenkurse in Südeuropa

Der griechischen Regierung rennt im Kampf gegen den Staatsbankrott die Zeit davon – auch andere Länder spüren die Krise der Hellenen. Die Renditen zahlreicher zehnjähriger Anleihen zogen am Freitag deutlich an.

Die Griechenlandkrise setzt die Anleihen weiterer südeuropäischer Länder unter Druck. dpa

Steigende Renditen

Die Griechenlandkrise setzt die Anleihen weiterer südeuropäischer Länder unter Druck.

FrankfurtDie festgefahrenen Verhandlungen zwischen Griechenland und den internationalen Geldgebern haben die Kurse vieler südeuropäischer Anleihen am Freitag belastet. Die Renditen stiegen im Gegenzug an. Zehnjährige italienische, spanische und portugiesische Papiere warfen zwischen 2,35 und 3,16 Prozent ab und damit fünf bis sieben Basispunkte mehr als im Schlussgeschäft vom Vortag. Zurzeit sei in puncto Griechenland alles denkbar, sagte BNP-Paribas-Analyst Patrick Jacq.

Der griechischen Regierung rennt im Kampf gegen einen Staatsbankrott die Zeit davon. Am 30. Juni sind Zahlungen in Milliardenhöhe fällig, außerdem endet dann das aktuelle Hilfsprogramm. Ministerpräsident Tsipras setzt nun darauf, dass beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone am Montag eine Einigung im Schuldenstreit gelingt.

Derweil kehren immer mehr griechische Sparer den heimischen Banken den Rücken. Drei hochrangige Bankenvertreter sagten Reuters am Freitag, allein am Donnerstag seien von Kunden Einlagen im Umfang von mehr als einer Milliarde Euro abgehoben worden.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Als sicherer Hafen gefragt waren die zehnjährigen Bundesanleihen. Die Renditen fielen daher zurück auf 0,759 Prozent.

Von

rtr

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