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12.01.2010

16:52 Uhr

Anleihen

Heidelberg Cement will „Ramsch“-Status loswerden

Heidelbergcement geht mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Der Baustoffkonzern will seine Bonitätsnote deutlich verbessern. Ratingagenturen stufen das Unternehmen bisher im Status "Ramsch" ein.

HB STUTTGART. So sehen gute Vorsätze aus: Der hoch verschuldete Baustoffkonzern HeidelbergCement will seine Bonitätsnote deutlich verbessern und strebt noch im laufenden Jahr wieder eine Investmentgrad-Rating an. In einer am Dienstag veröffentlichten Investorenpräsentation heißt es, HeidelbergCement starte eine "Transparenz-Initiative", um Forderungen der Investoren nachzukommen. Mit einer größeren Kreditwürdigkeit könnten auch die Zinslasten für das Unternehmen sinken.

"Wir streben ein Investmentgrad-Rating in 2010 an und wollen mittelfristig die Dividendenausschüttung an unsere Aktionäre erhöhen", heißt es in der Präsentation. Dazu solle der Schuldenberg sinken. Derzeit wird die Bonität von HeidelbergCement von den Ratingagenturen als "Ramsch" bewertet.

Von einem Investmentgrad-Rating ist das auch nach einer milliardenschweren Kapitalerhöhung noch mit 8,7 Mrd. Euro verschuldete Unternehmen mehrere Stufen entfernt. Moody's verlieh zuletzt die Note "Ba3", Standard & Poor's stuft die Bonität mit "B+" sogar noch eine Stufe niedriger ein.

Nach der Dividendenkürzung für das Geschäftsjahr 2008 strebe HeidelbergCement mittelfristig zudem eine branchenübliche Ausschüttungsquote in Höhe von 30 bis 35 Prozent an, kündigte Konzernchef Bernd Scheifele in seiner Präsentation an.

Wie die Konkurrenten hatte HeidelbergCement im zurückliegenden Jahr mit dem weltweiten Konjunktureinbruch und der dadurch gesunkenen Bautätigkeit zu kämpfen, was zu Einbußen bei Umsatz und Ergebnis führte. 2010 stelle ein "weiteres herausforderndes Jahr" dar, heißt es in der Investorenpräsentation. Es sei mit einem langsamen u-förmigen Erholung der Weltwirtschaft zu rechnen, wobei sich die Schwellenländer voraussichtlich schneller als die Industriestaaten von den jüngsten Einbußen erholten. Im laufenden Jahr entfalteten die meisten der rund um den Globus von den Regierungen aufgelegten Investitions- und Konjunkturprogramme ihre volle Wirkung.

HeidelbergCement will zudem mit neuen Anleihen seine Umschuldung weiter vorantreiben. Geplant seien zwei Tranchen von jeweils mindestens 500 Millionen Euro, teilte der Dax-Kandidat am Montagabend in Heidelberg mit. Die Anleihen sollen bis August 2015 und April 2020 laufen. Mit den neuen Bonds will HeidelbergCement die Bankverbindlichkeiten reduzieren und das Fälligkeitsprofil verbessern. Die Konditionen sollen im Laufe dieser Woche festgelegt werden.

Bereits im vergangenen Oktober hatten die Heidelberger drei Anleihen mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren und einem Gesamtemissionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro platziert.

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