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12.12.2014

15:07 Uhr

Anleihen im freien Fall

Griechenland schon wieder pleite?

Da werden Erinnerungen an die Hochzeit der Schuldenkrise wach: Die Rendite griechischer Anleihen schießt nach oben. Steht Athen vor der Zahlungsunfähigkeit? Investoren fürchten, dass das Land „uninvestierbar“ wird.

Griechische Anleihen stehen weiter unter Druck: Im Verlauf der Woche ist die Rendite um 200 Basispunkte gestiegen. dpa

Griechische Anleihen stehen weiter unter Druck: Im Verlauf der Woche ist die Rendite um 200 Basispunkte gestiegen.

Athen/BrüsselGriechische Staatsanleihen verzeichneten am Freitag erneut Verluste. Umgekehrt stieg die Rendite der zehnjährigen Griechenbonds um zehn Basispunkte auf 9,18 Prozent an. Im Verlauf der Woche ist die Rendite um 200 Basispunkte gestiegen – das ist das stärkste Plus seit Mai 2012, dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise.

Noch deutlicher fiel der Renditeanstieg bei dreijährigen griechischen Anleihen aus, sie rentieren über 450 Basispunkte höher als vor einer Woche und über den zehnjährigen Papieren. Dies ist Zeichen dafür, dass sich Anleger über die Zahlungsfähigkeit des Landes Sorgen machen.

„Wir befürchten, dass Griechenland wieder uninvestierbar wird“, sagte Bill Blain, Stratege bei Mint Partners. „Opportunistische Anleger dürften bei sinkenden Kursen kaufen und potenzielle Szenarien durchspielen, aber wir gehen davon aus, dass Griechenland diesmal von Europa getrennt betrachtet wird.“

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Vor allem die unsichere politische Lage verschreckt Investoren: Vor der vorgezogenen Präsidentenwahl in Griechenland liegt die linke Oppositionspartei Syriza einer Umfrage zufolge deutlich vorn. Der jüngsten Erhebung des Instituts Alco vom Mittwoch zufolge käme Syriza aktuell auf 31 Prozent der Stimmen, die konservative Regierungspartei von Ministerpräsident Antonis Samaras läge bei knapp 26 Prozent.

Die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage ist die erste nachdem Samaras die Wahl des Staatsoberhaupts im Parlament überraschend um zwei Monate vorgezogen hat. Ein Teil der Antworten wurden erst nach der Ankündigung am Montagabend eingeholt. Falls Samaras Kandidat, der frühere EU-Kommissar Stavros Dimas, auch im dritten Wahlgang durchfällt, steuert das Land auf Neuwahlen zu.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnte Griechenland für den Fall von Neuwahlen vor einer Abkehr vom Spar- und Reformkurs gewarnt. „Ich denke, die Griechen wissen sehr genau, was ein falsches Wahlergebnis für Griechenland und die Euro-Zone bedeuten würde“, sagte der der frühere Luxemburger Ministerpräsident in der Nacht zum Freitag im österreichischen Sender ORF. Er wolle persönlich nicht, dass extremistische Kräfte in Athen ans Ruder kämen.

Mit dem Schritt sucht der Regierungschef die Machtprobe mit den Gegnern der Sparpolitik. Für die Wahl des Präsidenten ist er auf viele Stimmen der Opposition angewiesen, obwohl er im Athener Parlament über eine Mehrheit der Sitze verfügt. Syriza-Chef Alexis Tsipras lehnt die Rettungspolitik von EU und IWF für Griechenland ab und pocht auf eine Ende des strikten Sparkurses.

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Kommentare (21)

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Herr shar wes

12.12.2014, 14:44 Uhr

Na klar, es ändert sich dort nicht wirklich was und wir werden weiter für deren Faulheit, Vergünstigungen, etc zahlen und damit unsere Kinder bestrafen

Herr Joachim Buch

12.12.2014, 14:49 Uhr

Griechenland wird wieder "gerettet" werden. Was für ein Lachplatte ist das denn? GR wird niemals - ich sage NIEMALS - pleite gehen, denn ich höre jetzt schon das Kratzen der Feder auf dem Blankoscheck, den Schäuble und Konsorten ausstellen werden. Die können ihr Defizit fröhlich bis weit über 200% schrauben, das interessiert niemanden. Außer das griechische Volk - denn das leidet. Die EU und deren Helfershelfer interessiert nur, ob GR zum Schein in der EU und im Euro bleibt. Dafür ist jede Summe recht, warum auch immer.
Also wenn ich in den griechischen Regierung wäre, würde ich zerknirscht gucken, sobald eine Kamera auf mich gerichtet wäre, aber ansonsten würde ich es krachen lassen - denn zahlen tut die EU, vulgo die dummen Deutschen doch sowieso.

Herr Franz Paul

12.12.2014, 14:52 Uhr

Wieso schon wieder pleite?
Wer hatte behauptet, dass die Griechen irgendwas hinbekommen hätten? Es ist und bleibt ein Fass ohne Boden:
faul, rückständig, und korrupt bis auf die Knochen.
Warum auch nicht. Funktioniert doch. Deutschland zahlt sowieso. Sicher fliegt der böse, alte Mann im Rollstuhl bald wieder mit dem Geldkoffer nach Athen. Nicht um Eulen dorthin zu tragen.......

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