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27.02.2014

17:16 Uhr

Anleihen

Italien-Bonds sind gefragt

Die europäischen Anleihen haben am Donnerstagmorgen zugelegt und damit auf die wachsenden Verluste an den Aktienmärkten reagiert. Die italienischen Anleiherendite befinden sich weiterhin auf Abwärtskurs.

Die europäischen Anleihen legen zu, während Italiens Renditen weiter sinken. dpa

Die europäischen Anleihen legen zu, während Italiens Renditen weiter sinken.

RomAm europäischen Anleihemarkt haben die Notierungen am Donnerstagmorgen größtenteils zugelegt. Die Bonds weiteten damit ihre Gewinne aus, die sie am Vortag wegen der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine sowie den Verlusten an den Aktienmärkten erzielt hatten.

Das hoch verschuldete Italien kommt nach dem Regierungswechsel günstiger an frisches Geld. Bei einer Versteigerung von zehnjährigen Anleihen fiel die Rendite am Donnerstag auf 3,42 Prozent. Das teilte die nationale Schuldenagentur in Rom mit. Zuletzt konnte sich Rom im September 2005 so günstig für zehn Jahre Geld leihen. Die Versteigerung spülte wie angestrebt 4,0 Milliarden Euro in die Staatskasse.

Zudem versteigerte Italien fünfjährige Staatsanleihen im Volumen von 3,0 Milliarden Euro zum Zins von 2,14 Prozent. Die Finanzmärkte reagieren positiv auf die neue Regierung unter Matteo Renzi. Von Renzi versprechen sich Investoren eine konsequentere Umsetzung von Reformen.

Das Land hat insgesamt neun Milliarden Euro am Kapitalmarkt eingesammelt und lag damit am oberen Ende des angepeilten Volumens. "Die Auktion war in jeder Hinsicht sehr sehr gut", sagte Chiara Cremonesi, Analystin bei der UniCredit. Man habe den Eindruck, dass auch ausländische Investoren zunehmend wieder bei Peripherie-Bonds zugriffen. "Sie haben Angst, bei der jüngsten Rally außen vor zu bleiben."

Seit sich die Hinweise auf eine wirtschaftliche Erholung der Euro-Zone verdichten, sind italienische, spanische oder portugiesische Anleihen wieder hoch im Kurs. Nach dem Regierungswechsel in Rom hoffen Investoren nun vor allem im Fall Italiens auf eine nachhaltige konjunkturelle Stabilisierung. Der neue Ministerpräsident Matteo Renzi hat den Bürgern den Abbau von Bürokratie und eine "Revolution" in der Wirtschaft versprochen. Der Chef der sozialdemokratischen PD hatte seinen Parteikollegen Enrico Letta vor zwei Wochen von der Spitze der Regierung verdrängt und ihm mangelnden Reformeifer vorgeworfen.

Im Tagesverlauf stehen einige Konjunkturdaten an. Aus dem Euro-Zaum gibt es neue Daten zur Geldmenge M3 sowie zum Wirtschaftsvertrauen. „Die Stimmungsindikatoren der Europäischen Kommission werden einmal mehr daraufhin weisen, dass die Erholung der wirtschaftlichen Aktivität hierzulande in Gang kommt“, schrieben die Volkswirte der Nationalbank in Essen in einem Kommentar. „In den Geldmengendaten wird sich davon noch nichts ablesen lassen, so dass sich der Handlungsdruck auf die EZB erhöht.“ Im Jahresvergleich dürfte die Geldmenge um 1,1 Prozent gestiegen sein, während die Konsensschätzung für das Wirtschaftsvertrauen auf 100,7 lautet. Fehlender Preisdruck und die uneinheitlich verlaufende Konjunkturerholung im Euroraum sorgen für Unsicherheit, wie sich die EZB bei ihrer nächsten Sitzung im März verhalten wird. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen war mit 1,59 Prozent drei Basispunkte niedriger, während der Bund-Future um 34 Basispunkte auf 144,81 Prozent anzog.

Refinanzierungsbedarf der größten Staaten der Welt 2014

USA

Fällige Bonds: 3,1 Billionen Dollar

Schatzanweisungen: 218 Milliarden Dollar

Japan

Fällige Bonds: 2,4 Billionen Dollar

Schatzanweisungen: 87 Milliarden Dollar

Italien

Fällige Bonds: 468 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 79 Milliarden Dollar

Frankreich

Fällige Bonds: 410 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 61 Milliarden Dollar

Deutschland

Fällige Bonds: 268 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 39 Milliarden Dollar

Kanada

Fällige Bonds: 248 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 13 Milliarden Dollar

Großbritannien

Fällige Bonds: 181 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 75 Milliarden Dollar

China

Fällige Bonds: 143 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 58 Milliarden Dollar

Brasilien

Fällige Bonds: 121 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 24 Milliarden Dollar

Indien

Fällige Bonds: 85 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 47 Milliarden Dollar

Russland

Fällige Bonds: 10 Milliarden Dollar

Schatzanweisungen: 11 Milliarden Dollar

In den USA will das Schatzamt siebenjährige Papiere im Volumen von insgesamt 29 Milliarden Dollar begeben. Von Bedeutung sind zudem die Ausführungen der US-Notenbank-Präsidentin Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des Senates. Eine Serie enttäuschender US-Konjunkturdaten in den Vorwochen hatte vorübergehend Spekulationen geschürt, die US-Notenbank könnte eine Pause bei der Verringerung ihrer Anleihekäufe einlegen. „Wir gehen aber davon aus, dass Fed-Präsidentin Yellen bei ihrer heutigen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats die fortgesetzte Rückführung der Anleihekäufe nicht in Frage stellen wird“, merkten die Volkswirte Johannes Jander und Ulrich Wortberg von der Helaba an. US-Treasuries rentierten mit 2,67 Prozent kaum verändert.

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