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10.10.2014

10:45 Uhr

Anleihen

Italien möchte sich frische Milliarden am Markt besorgen

Für deutsche Bundesanleihen und auch für US-Staatsanleihen geht es am Freitag abwärts. Frankreichs Staatsanleihen profitieren dagegen von starken Wirtschaftsdaten. Italien steht vor einer Milliardenauktion.

Italien möchte mit einer Ein-Jahres-Anleihe insgesamt acht Milliarden Euro einsammeln. dpa

Italien möchte mit einer Ein-Jahres-Anleihe insgesamt acht Milliarden Euro einsammeln.

Deutsche Bundesanleihen und US- Treasuries notierten am Freitagmorgen etwas schwächer.

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 0,92 Prozent einen Basispunkt höher. Am Terminmarkt fiel der Bund-Future um 17 Basispunkte auf 150,03 Prozent. Die Rendite von US- Staatspapieren mit zehn Jahren Laufzeit stieg um zwei Basispunkte auf 2,34 Prozent.

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

Positiv überraschten die französischen Zahlen zur Industrieproduktion, die mit einer Stagnation gegenüber dem Vormonat über dem erwarteten Rückgang von 0,3 Prozent lagen. Zehnjährige französische Anleihen rentierten bei 1,26 Prozent einen Basispunkt höher.

Am Primärmarkt will Italien 8 Milliarden Euro über Papiere mit 365 Tagen Laufzeit aufnehmen.

Kommentare (1)

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10.10.2014, 19:17 Uhr

Selbst für kurze Laufzeiten scheint das Euro-Lügengebäude kaum noch tragfähig.

Stellte sich die Realität wieder ein, ist es ohnehin vorbei mit der Draghi-gesponserten Geldbeschaffung auf unsere Kosten.

Lange kann es angesichts der aktuellen Entwicklung ja nicht mehr dauern.

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