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16.02.2015

11:42 Uhr

Anleihen

Keine Angst vor dem Grexit

Der Markt für „Ramsch-Anleihen“ hat einen Rekordstart ins neue Jahr hingelegt. Das Lockerungsprogramm der EZB verleiht den Anlegern Sicherheit. Auch ein möglicher Austritt Griechenlands aus der EU schreckt sie nicht ab.

Tag an den Börsen

Griechischer Schuldenstreit macht Anleger nervös

Tag an den Börsen: Griechischer Schuldenstreit macht Anleger nervös

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LondonDer Kampf zwischen Angst und Habgier an Europas Kreditmärkten ist vorbei. Mario Draghis quantitative Lockerung (QE) sorgt nämlich dafür, dass nicht einmal mehr die Gefahr eines Austritts von Griechenland aus dem Euroraum den Risikoappetit einzudämmen vermag.

Europäische Firmen haben 21 Milliarden Dollar (18,4 Milliarden Euro) an „Ramsch“-Anleihen begeben und damit einen Rekordstart ins Jahr hingelegt, wie Daten von Bloomberg zeigen. Die UBS schloss sich vergangene Woche, der Emissionswelle riskantester Papiere mit einem Debütverkauf an.

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

Die Nachfrage nach renditestarken Anlagen hat Indexdaten von Bank of America Merrill Lynch zufolge die Kreditkosten für bonitätsschwache Emittenten auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren sinken lassen, was den Investoren seit Jahresbeginn die besten Erträge in drei Jahren einbrachte.

Der Plan der Europäischen Zentralbank (EZB), Anleihen im Volumen von mindestens 1,1 Billionen Euro aufzukaufen, schützt die Märkte vor den möglichen Konsequenzen, dass Griechenland keine Einigung mit seinen internationalen Gläubigern erzielt. Während Europas Finanzminister am Montag zu Verhandlungen über das Hilfsprogramm des Landes zusammenkommen, suggerieren die Kreditmärkte, dass sich die Anleger in Sicherheit wiegen - was auch immer das Ergebnis des Treffens sein mag.

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