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27.03.2013

12:33 Uhr

Anleihen

Krise überschattet Italien-Auktion

Italien hat sich mit lang laufenden Anleihen an den Markt gewagt. Das Ergebnis fiel gemischt aus. Die Unsicherheit an den Märkten ist groß. Der Euro gibt deutlich nach.

Italien hat neue Anleihen an den Mann gebracht. dpa

Italien hat neue Anleihen an den Mann gebracht.

Der drohende politische Stillstand in Italien lässt die Anleger offensichtlich zögern, Staatsanleihen des Krisenlandes zu kaufen. Am Mittwoch gelang es Rom nicht, mit zwei Anleiheauktionen den anvisierten Höchstbetrag einzusammeln. Wie die nationale Notenbank mitteilte, wurden Staatsanleihen im Wert von insgesamt 6,91 Milliarden Euro verkauft. Angestrebt wurden bis zu sieben Milliarden Euro. Die zu zahlenden Zinsen entwickelten sich uneinheitlich.

Die Zinsen für zehnjährige Anleihen fielen bei der Auktion auf tiefsten Stand seit Januar. Die Durchschnittsrendite der Anleihe mit Laufzeit bis Mai 2023 über drei Milliarden Euro lag bei 4,66 Prozent. Die Rendite für fünfjährige Anleihe stieg dagegen auf höchsten Stand seit Oktober, sie lag bei der Auktion im Schnitt bei 3,65 Prozent.

Am italienischen Sekundärmarkt, wo bereits ausgegebene Staatsanleihen gehandelt werden, trübte sich die Stimmung zur Wochenmitte ein. Die Risikoaufschläge zu deutschen Anleihen legten zu. Händler nannten zum einen Gerüchte über eine bevorstehende Abstufung Italiens durch eine große Ratingagentur.

Belastet wurde die Auktion auch durch den politischen Stillstand seit dem Wahlpatt Ende Februar. „Irgendwie kommen die Politiker in Rom nicht voran“, erklärte ein Devisenhändler in Frankfurt. „Das ist nicht wirklich sonderlich schockierend, aber ich denke, es zeigt, dass offenbar niemand den Kelch übernehmen und Italiens Wirtschaft wieder flottmachen will“, fügte ein Händler in London hinzu. Der Mailänder Index verlor 1,3 Prozent.

Bundesanleihen wieder gefragt

Die Rendite deutscher Bundesanleihen ist weiter zurückgegangen. „Anhaltende Verunsicherung rund um Zypern hält das Interesse an deutschen Staatsanleihen hoch“, schreibt Helaba-Analyst Ulrich Wortberg in einer Studie. Bei Bunds mit einer Laufzeit von zehn Jahren fiel die Rendite um zuletzt sechs Basispunkte auf 1,28 Prozent. Der Bund- Future legte 62 Basispunkte zu auf 145,44 Prozent.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Der Euro baute am Mittwochmittag seine Verluste gegenüber dem Dollar aus und fiel auf den tiefsten Stand seit dem 16. November. Die europäische Währung notierte zuletzt bei 1,2794 Dollar und damit 0,5 Prozent leichter als am Vortag.

Auch die Zypern-Krise belastete die Stimmung. „Der Präzendenzfall, der mit Zypern geschaffen wurde, und die politische Unsicherheit in Italien bedeuten, dass die Risikoprämien in der Eurozone weiter auseinandergehen werden“, sagte Adam Cole, Devisenstratege bei Royal Bank of Canada in London. „Das Risiko einer Beteiligung von Sparern bei einer zukünftigen Bankenkrise hat zugenommen, und die Marktpreise müssen das widerspiegeln. Der Euro wird weiter fallen.“

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