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23.01.2013

14:55 Uhr

Anleihen

Portugal wagt Rückkehr an den Kapitalmarkt

Portugal will dem Beispiel Irlands folgen und schon bald wieder an den Anleihemarkt zurückkehren. Die Bedingungen erscheinen günstig. Experten sehen dennoch ein großes Risiko.

Portugal soll seine Rückkehr an den Anleihemarkt planen und sich bereits in intensiven Gesprächen mit potentiellen Investoren befinden. dpa

Portugal soll seine Rückkehr an den Anleihemarkt planen und sich bereits in intensiven Gesprächen mit potentiellen Investoren befinden.

LissabonPortugal strebt eine frühe Rückkehr an den Anleihemarkt an. Hintergrund sind die gesunkenen Finanzierungskosten für Länder, die Rettungspakete in Anspruch genommen haben.

Die Rendite zehnjähriger portugiesischer Anleihen fiel am Mittwoch um sechs Basispunkte auf 5,83 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch einen Höchststand von 18,29 Prozent markiert. Portugal hat Barclays, Banco Espirito Santo, Deutsche Bank und Morgan Stanley beauftragt, eine 2017 fällige Emission im Volumen von 6,08 Mrd. Euro aufzustocken, wie aus informierten Kreisen verlautete.

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Damit folgt Portugal dem Beispiel Irlands. Die Iren hatten am 8. Januar Anleihen im Wert von 2,5 Milliarden Euro emittiert und damit eine Vorlage geliefert. Die Entwicklung Irlands hat einen guten Weg für die Länder der Peripherie der Eurozone bereitet und Portugal sollte seinen Vorteil daraus ziehen, sagte Harvinder Sian, Anleihestratege bei der Royal Bank of Scotland in London.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte gesagt, dass die Zentralbank Anleihen von Euro-Ländern, die sich in einem Rettungsprogramm befinden, kaufen dürfte, wenn sie wieder Zugang zum Anleihemarkt erhielten. Die Maßnahmen, die als geldpolitische Outright-Geschäfte (OMT) bezeichnet werden, seien aber kein Ersatz für den Zugang zum Primärmarkt, so Draghi.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Portugal hatte im April 2011 ein Rettungspaket über 78 Milliarden Euro beantragt. Die Kreditwürdigkeit des südeuropäischen Landes wird von den Ratingagenturen Standard & Poor's, Fitch und Moody's mit Junk-Bond-Niveau eingestuft. Portugal wollte eigentlich bis September wieder an den Markt zurückkehren. Im September 2013 muss Portugal die Rückzahlung einer fälligen Anleihe über 5,8 Milliarden Euro stemmen, ohne das Hilfsprogramm der Europäischen Union in Anspruch zu nehmen. Nun könnte alles viel schneller gehen.

Der Internationale Währungsfonds hatte in einem Bericht vom 18. Januar mitgeteilt, dass Vertreter Portugals in intensiven Gesprächen mit potentiellen Investoren seien, um zwei- oder dreijährige Papiere zu emittieren, sobald es die Marktbedingungen erlaubten. Der IWF nannte die Strategie durchführbar.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.01.2013, 16:48 Uhr

Wären ja auch schön dumm, wenn sie die Freifahrkarten nicht einlösen würden, die Griechenland schon erhalten hat.
Schuldenmachen ist in und birgt keinerlei Gefahren für die Schuldner, schließlich reichem die Gläubiger am Ende das Geld um alte Schulden zum quasi Nullwert zurückzukaufen....hahahahahaha
...und so dreht sich das Karussell in Europa immer weiter, bis kein Schmierfett mehr vorhanden ist...

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