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08.03.2012

17:08 Uhr

Anleihen profitieren

Am Rentenmarkt wächst Hoffnung auf Hellas-Lösung

Griechenlands Gläubiger müssen bis zum Abend entscheiden, ob sie einem Schuldenschnitt für Griechenland zustimmen und auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Der Euro profitiert derzeit von neuen Hoffnungen.

Ein Händler steht unter Kurstafeln der Börse in Madrid. dpa

Ein Händler steht unter Kurstafeln der Börse in Madrid.

FrankfurtWenige Stunden vor der Entscheidung über den Schuldenschnitt für Griechenland hat sich an den europäischen Anleihe- und Devisenmärkten Optimismus breitgemacht. Börsianern zufolge setzten Investoren darauf, dass sich 75 oder mehr Prozent der privaten Gläubiger an dem Anleihe-Tausch beteiligten. Es bleibe aber ein Restrisiko, warnte Devisenstrategin Lauren Rosborough von der Societe Generale. „Die Auswirkungen auf den CDS-Markt könnten nicht umgehend erkennbar sein.“

Die privaten Gläubiger Griechenlands müssen sich bis zum Donnerstagabend 21 Uhr (MEZ) entscheiden, ob sie im Rahmen eines Anleihe-Tausches auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Bei einer geringen Beteiligungsquote drohen Zwangsabschläge. Dies könnte vom Derivate-Verband ISDA als „Kreditereignis“ eingestuft werden, wodurch die Kreditausfall-Versicherungen (Credit Default Swaps, CDS) fällig würden. Es ist allerdings unklar, wie viele CDS im Umlauf sind.

Die positive Grundstimmung spiegelte sich vor allem in der Nachfrage für italienische Staatsanleihen. Die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Papiere fiel auf bis zu 4,754 Prozent und erstmals seit September lagen die Risikoaufschläge im Vergleich zu den entsprechenden Bundesanleihen bei weniger als 300 Basispunkten. Parallel dazu gaben auch die Renditen anderer hoch verschuldeter Euro-Staaten wie Spanien oder Portugal nach. Der Euro verteuerte sich auf 1,3229 Dollar und kostete damit knapp einen US-Cent mehr als zum New Yorker Vortagesschluss.

Vor diesem Hintergrund waren die relativ niedrig verzinsten Bundesanleihen für Investoren nicht allzu attraktiv. Der Juni-Bund-Future verlor zwölf Ticks auf 136,98 Punkte. Der auslaufende März-Kontrakt büßte vier Ticks auf 138,52 Zähler ein. Nachhaltigen Einfluss auf die Kurse hatten weder die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch die Pressekonferenz des Notenbank-Chefs Mario Draghi. „Die EZB verharrt in einer abwartenden Haltung“, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. „Es gab weder Signale für eine weitere Leitzinssenkung noch für eine erhöhte Liquiditätsbereitstellung.“ Die Währungshüter beließen den Leitzins wie erwartet bei einem Prozent.

Von

rtr

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