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22.08.2013

13:42 Uhr

Anleihen

Renditen für Bundesanleihen sind zu hoch

Die wiedererstarkte Euro-Konjunktur lässt die Renditen von Bundesanleihen steigen. Bondstrategen bleiben jedoch skeptisch. Denn die wirtschaftliche Entwicklung des Währungsraumes ist alles andere als stabil.

Eine Investition in Bundesanleihen sorgt nicht für Hände voller Geld. Die Renditen dürften weiter unter zwei Prozent liegen. dpa

Eine Investition in Bundesanleihen sorgt nicht für Hände voller Geld. Die Renditen dürften weiter unter zwei Prozent liegen.

Die Renditen von zehnjährigen deutschen Staatsanleihen sind am Montag bis auf 1,92 Prozent gestiegen, den höchsten Stand seit fast 17 Monaten, da die Anzeichen einer weltweiten Konjunkturverbesserung Spekulationen anheizten, dass die Federal Reserve im nächsten Monat ihr Bondkaufprogramm reduzieren wird. Zwar zeigten Daten aus der vergangenen Woche, dass der Euroraum im zweiten Quartal seine bisher längste Rezession hinter sich gelassen hat. Aber Italien und Spanien, die dritt- beziehungsweise viertgrößte Volkswirtschaft der Währungsgemeinschaft, wiesen jeweils eine Schrumpfung auf, auch liegt die Arbeitslosenquote in der Region auf einem Rekordhoch von 12,1 Prozent.

"Einige Indikatoren waren stark, aber in den nächsten Wochen und Monaten muss sich das noch erhärten", sagt Werner Fey, Fondsmanager bei Frankfurt Trust Investment. "Dieser Trend könnte schwer zu halten sein und es könnte gewisse Enttäuschungen geben. Ich würde bei etwa zwei Prozent kaufen."

Die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen sind am Montag auf den höchsten Stand seit dem 27. März 2012 geklettert, nachdem sie in der vergangenen Woche 20 Basispunkte gewonnen hatten, das stärkste Plus seit knapp zwei Monaten. Zuletzt lag die Rendite bei 1,86 Prozent.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

Im Euroraum ist das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni um 0,3 Prozent gestiegen, nach einer Schrumpfung von 0,3 Prozent in den drei Monaten zuvor. In den sechs Quartalen bis Ende März war das BIP jeweils gesunken, die längste Schrumpfungsphase seit der Einführung des Euro im Jahr 1999. Zwar hat sich der Ausblick verbessert, jedoch dürfte die Wirtschaft laut den Prognosen von Ökonomen aus einer Bloomberg- Umfrage in diesem Jahr um 0,6 Prozent schrumpfen, verglichen mit einer erwarteten Jahreswachstumsrate von 1,6 Prozent für die USA.

Für Italien erwarten die Volkswirte einen BIP-Rückgang von 1,8 Prozent, bei Spanien und Frankreich rechnen sie mit einem Minus von 1,5 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent. Deutschland wird ihren Prognosen zufolge wohl um 0,4 Prozent wachsen und damit weniger als im vergangenen Jahr, als das BIP um 0,7 Prozent stieg.

"Das Wachstum wird anständig sein, aber nicht spektakulär", sagt Michael Leister, leitender Stratege für festverzinsliche Papiere bei der Commerzbank in London, die bis Jahresende mit einem Rückgang der Zehn-Jahres-Renditen auf 1,80 Prozent rechnet. "Das impliziert eine Lockerungstendenz der Europäischen Zentralbank und etwas niedrigere Renditen."

Kommentare (5)

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Republikaner

22.08.2013, 14:38 Uhr

Nachdem über 90% der Deutschen Börse AG Amerikanern gehören, gibt es keine Zufallsbewegungen weder am Aktienmarkt (heute ein besonders schönes Beispiel) noch am Rentenmarkt. Beide Märkte werden über futures gesteuert. Wer über die futures herrscht und das sind nun mal die Amerikaner, vorneweg GS, bestimmt wohin die Kurse gehen - siehe Goldpreis.

mmnews_de

22.08.2013, 14:50 Uhr

Nicht nur die Deutschen Börse AG gehört den Amerikanern.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young, sind alle 30 DAX-Unternehmen mehrheitlich in ausländischer Hand!!

Wie die Unternehmensberater nachrechneten, waren im letzten Jahr 55% aller DAX-Aktien im Besitz ausländischer "Investoren".

Wieso erfahren wir davon nichts in den gleichgeschalteten Massenmedien?

Gehören die "deutschen" Massenmedien vielleicht auch ausländischen "Investoren"?

wissensmanufaktur_net

22.08.2013, 15:17 Uhr

Unglaublich wie man mit solch einem Artikel versucht, den Menschen Sand in die Augen zu streuen!

Wer kauft die ganzen Staatsanleihen bzw. leiht dem Staat Geld?

Banken und Versicherungen!

Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!!!
( Die Versicherungs AGs gehören auch den Bankstern )

Wieso sprechen die gleichgeschalteten Massenmedien immer von "Investoren" und nicht Banken?

Von "Anleihen" und nicht Kredite?

Von "Rendite" und nicht Zinsen?

Von "Schuldenschnitt" und nicht Schuldenerlass?

Woher haben die Banken das ganze Geld um es den Staaten zu leihen, wenn sie doch selbst angeblich alle pleite sind bzw. gerettet werden müssen?

Banken schaffen ( Was viele nicht wissen ) Geld aus dem nichts ( per Kredit ) und verschulden/versklaven damit die ganze Menschheit!!!

Jeder Euro/Dollar/Yen der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss plus Zinsen an die internationalen Bankster zurückgezahlt werden!!
( Privatbanken haben das Geldmonopol! )

Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen.

Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Massenmedien nie etwas über das "Schuldgeldsystem" der internationalen Bankster?

Wer steht hinter den gleichgeschalteten Massenmedien?

Die internationalen Bankster?

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