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24.02.2016

14:50 Uhr

Anleihen

Renditen portugiesischer Bonds auf dem Rückzug

Grünes Licht für den Haushaltsentwurf in Portugal. Das Parlament hat dem Vorschlag der sozialistischen Minderheitsregierung zugestimmt. Das sorgt für gute Stimmung am Anleihenmarkt.

Premier Antonio Costa (rechts) und Finanzminister Mario Centeno haben ihren Haushaltsentwurf durch das Parlament gebracht. AFP; Files; Francois Guillot

Erleichterung in Portugal

Premier Antonio Costa (rechts) und Finanzminister Mario Centeno haben ihren Haushaltsentwurf durch das Parlament gebracht.

FrankfurtDas portugiesische Parlament hat dem Haushaltsentwurf der sozialistischen Minderheitsregierung in einer ersten Lesung zugestimmt und damit für gute Stimmung am Anleihemarkt gesorgt. Die Kurse der zehnjährigen Anleihen des Landes stiegen, im Gegenzug ging die Rendite zeitweise um mehr als 0,2 Prozentpunkte auf 3,16 Prozent zurück.

122 Abgeordnete hatten dem Budgetplan der Regierung am Dienstagabend vorläufig zugestimmt, 107 waren dagegen. Die finale Abstimmung ist für den 16. März angesetzt.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Bei einer Minderheitsregierung bestehe immer die Gefahr, dass das Parlament bestimmte Entscheidungen am Ende nicht durchwinke, sagte Peter Chatwell, Stratege bei Mizuho. Da das Parlament aber grünes Licht gegeben habe, sei nun eine gewisse Erleichterung am Markt zu spüren. Zudem treibe die Aussicht auf einen von der portugiesischen Schuldenagentur geplanten Bond-Rückkauf die Kurse.

Von

rtr

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