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13.12.2013

09:19 Uhr

Anleihen

Risiken bei Euro-Ramschanleihen nehmen zu

Am Markt für Hochzinsanleihen in Europa laut Experten immer mehr Papiere gehandelt. Die Risiken nehmen zu und mit ihnen schießen auch die Renditen in die Höhe. Und ein Ende der Wachstumsspirale ist nicht in Sicht.

Die Risiken für europäische Ramschanleihen steigen und lassen die Renditen in die Höhe schnellen. dpa

Die Risiken für europäische Ramschanleihen steigen und lassen die Renditen in die Höhe schnellen.

FrankfurtAm Markt für Hochzinsanleihen in Europa steigen die Risiken. Dabei dürfte das Angebot solcher Papiere weiter zunehmen, sagen einige der weltweit größten Fondsmanager. Denn die Unternehmen mit der niedrigsten Bonität und der höchsten Schuldenlast werden angesichts günstiger Finanzierungsbedingungen den Markt wohl weiter anzapfen.

Investoren haben 2013 bislang Ramschanleihen im Rekordwertvolumen von 71 Milliarden Euro gekauft und damit durchschnittlich 9,5 Prozent Ertrag erzielt, zeigen Daten von Bank of America und Bloomberg. Die durchschnittliche Rendite von Hochzinsanleihen ist in dem Zeitraum um 69 Basispunkte auf fünf Prozent gefallen und nähert sich damit einem Rekordtief, zeigen die Daten.

„Die Kreditqualität lässt nach“, sagt Michael Phelps, bei Blackrock in London Leiter europäische Credit Investments. Zahlreiche Emittenten kämen zum ersten Mal an den Markt und daraus ergäben sich attraktive Gelegenheiten, merkt Phelps an. Blackrock erwartet eine weitere Zunahme bei Emissionen von Schuldnern, deren Rating mit „CCC“ acht Stufen unterhalb des Gütesiegels „Anlagequalität“ liegt. „Es wird zunehmend schwierig, die Erträge zu erzielen, die der Hochzinsanleihemarkt in den letzten drei Jahren geliefert hat - es sei denn, man ist sehr selektiv“, sagt Phelps. Die Erträge mit Papieren der niedrigsten Kreditqualität übersteigen dabei das zweite Jahr in Folge jene von Papieren mit einer höheren Bonität. Anleihen mit einem „CCC“-Rating oder darunter brachten 14 Prozent ein, verglichen mit 9,4 Prozent für 'Single B'-Anleihen und 0,8 Prozent für Anleihen, die mit „AAA“ erstklassig benotet sind.

Emittenten haben 2013 ein Rekordvolumen von 5,7 Mrd. Euro in Anleihen mit „CCC“-Rating begeben, verglichen mit einem Emissionsvolumen von 3 Milliarden Euro im letzten Jahr, zeigen Bloomberg-Daten. Hochzinsanleihen haben ein Rating unterhalb von „BBB-“ bei Standard & Poor's und „Baa3“ bei Moody's Investors Service.Die Papiere von Erstemittenten treiben das Marktwachstum im laufenden Jahr und haben mit einem Volumen von 22 Milliarden Euro einen Anteil von 31 Prozent an derartigen Transaktionen erreicht, zeigen Bloomberg-Daten. Noch im Vorjahr lag der Vergleichswert bei 25 Prozent und 9 Milliarden Euro, belegen die Daten.

Ein weiterer Trend, der im laufenden Jahr im Zusammenspiel mit der gestiegenen Risikobereitschaft der Investoren zu beobachten ist, ist die Ausgabe von sogenannten PIK-Anleihen. Diese nachrangigen Papiere sind so gestaltet, dass der Kupon in bar oder durch die Ausgabe neuer Anleihen bezahlt werden kann, wodurch die Verschuldung des Emittenten weiter steigt. Das Emissionsvolumen solcher Anleihen erreichte in Europa 2013 bislang 3 Milliarden Euro - mehr als je zuvor. „Mit steigendem Risikoappetit der Investoren, kommen die Emittenten mit entsprechendem Angebot'“, sagt Aengus McMahon, Kreditanalyst bei ING Groep NV in London. Er rechne für 2014 mit einem weiteren Anstieg bei der Ausgabe von PIK-Anleihen und nachrangigen Papieren, deren Bedingungen überaus aggressiv gestaltet sein dürften.

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