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04.08.2015

12:04 Uhr

Anleihen

Schweiz will weniger Geld am Kapitalmarkt aufnehmen

Die Schweiz wird im laufenden Jahr weniger Anleihen ausgeben, als ursprünglich geplant – der Auktionstermin im Oktober wird nicht wahrgenommen. Die Staatskassen seien gut gefüllt.

Die Schweiz will sich im laufenden Jahr weniger Geld an den Kapitalmärkten besorgen als ursprünglich geplant. dpa

Gut gefüllte Staatskasse

Die Schweiz will sich im laufenden Jahr weniger Geld an den Kapitalmärkten besorgen als ursprünglich geplant.

ZürichDie Schweiz will im laufenden Jahr weniger Geld am Kapitalmarkt aufnehmen als ursprünglich geplant. Das Emissionsvolumen für eidgenössische Anleihen werde auf drei bis vier von fünf Milliarden Franken verringert, teilte die Finanzverwaltung am Dienstag mit. Der Auktionstermin im Oktober werde nicht wahrgenommen.

Der Bund reduziere mit dem geringeren Refinanzierungsvolumen seine überdurchschnittlich hohe Liquidität, hieß es in der Mitteilung. Einige Steuern seien wegen des negativen Zinsumfelds deutlich früher abgeführt worden als in den Vorjahren – daher seien die Kassen des Staates gut gefüllt.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Von

rtr

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