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26.12.2014

13:53 Uhr

Anleihen Schwellenländer 2015

Kaufen nach dem Ausverkauf?

VonSara Zinnecker

Mexiko, Indonesien, Indien: Für einige Schwellenländer sehen Anlageprofis 2015 Potenzial. Nach dem Ausverkauf locken vergleichsweise attraktive Renditen, auch bei Anleihen. Blind zugreifen sollten Anleger trotzdem nicht.

Leerer Einkaufswagen: Werden Investoren bei Anleihen aus Schwellenländern bald wieder zuschlagen? Getty Images

Leerer Einkaufswagen: Werden Investoren bei Anleihen aus Schwellenländern bald wieder zuschlagen?

DüsseldorfMit den Schwellenländern (Emerging Markets) ist das ja so eine Sache. In der Regel investieren Anlageprofis nicht nur in Aktien und Anleihen aus Asien, Osteuropa oder Südamerika, weil sie vom Potenzial der Volkswirtschaften überzeugt sind. Oft bleibt ihnen auf der Suche nach Rendite auch einfach nichts anderes übrig als einen Teil ihres Vermögens in Titel der aufstrebenden Märkte zu stecken. „Immer dann, wenn die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen niedrig hielt, haben sich Investoren den Schwellenländermärkten zugewandt“, fasst Mike Riddell vom Anleihespezialisten M&G Bond Vigilante zusammen.

Wie sehr der Mittelzufluss in die Schwellenländer an der Geldpolitik hierzulande hängt, hat sich schon 2013 gezeigt: Kaum hatte der ehemalige Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, ein Auslaufen der ultralockeren Geldpolitik angedeutet, zogen Investoren Milliarden aus den Schwellenländern ab und schichteten in US-Titel um. Vom „Ausverkauf“ der Schwellenländer war die Rede.

Gerade eben hat sich der Ausverkauf wiederholt: Kaum hatte die Chefin der amerikanischen Notenbank Fed, Janet Yellen, Mitte Dezember die Normalisierung der Geldpolitik ins Auge gefasst, flossen erneut Milliarden aus den Schwellenländern ab. Und die Lage könnte sich noch verschärfen.

Die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik

Schulden steigen

Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie.

Spekulationswellen

Künstlich tiefe Zinsen lösen (inflationäre) Spekulationswellen aus, führen zu „Boom-and-Bust“-Zyklen: überhitzte Situationen, in denen, wenn niemand mehr bereit ist, Kredite zu finanzieren, alles in sich zusammenbricht.

Fehlinvestitionen werden künstlich am Leben gehalten

Ein künstlich tief gehaltener Zins befördert, dass unprofitable Investitionsprojekte also Fehlinvestitionen aufrecht gehalten werden.

Verminderter Reformdruck auf Krisenländer

Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, so verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushalte beziehungsweise Bilanzen zu verbessern.

Glaubt man dem Frankfurter Ökonom Thorsten Polleit, könnte auch die anhaltende Krise in Russland bewirken, dass Investoren bald verstärkt Geld aus Russland, aber auch aus anderen Schwellenländern wie Brasilien, Südafrika oder der Türkei abziehen. Diese Staaten hatten bereits in der letzten Krise am stärksten mit Kapitalabflüssen zu kämpfen gehabt. Zuletzt war der richtungsweisende MSCI Emerging Markets Index unter die 1000 Punkte ab. Insgesamt folgte der Index über die letzten fünf Jahre hinweg einem einzigen Auf und Ab.

Anlageprofis sind dennoch davon überzeugt, dass es im neuen Jahr einige aufstrebende Märkte geben wird, die abseits aller strategischen Investments, politischen Krisen und unbeachtet vom Handeln der Notenbanken, Potenzial nach oben haben und deren Aktien und Anleihen attraktive Renditen abwerfen dürften.

„Einige Schwellenländer werden, wie zuletzt auch, mehr von der Zinspolitik der Fed betroffen sein als andere“, sagt zum Beispiel Greg Saichin, Manager für Schwellenländeranleihen bei Allianz Global Investors. Ähnlicher Ansicht ist auch Frank Engels, Leiter Rentenfondsmanagement bei Union Investment: „Vor allem Staaten mit hohen Leistungsbilanzdefiziten dürften bei einem Zinsanstieg in den USA Probleme bekommen. Die Differenzierung wird also auch 2015 bei EM-Bonds zunehmend wichtiger“, so der Experte.

Welche Märkte könnten sich aber künftig für Investoren lohnen? Saichin zufolge haben etwa Mexiko, Indonesien, sogar die Türkei und Indien im kommenden Jahr Potenzial: „Die Notenbanken haben den Spielraum, selbstbewusst auch Zinsen zu drücken – selbst in einem Umfeld, in dem das Zinsniveau in den USA ansteigt. Diese Länder haben das Zeug, rasch auf die Beine zu kommen“, glaubt der Anleihenexperte. Brian Collins, Fondsmanager bei Fidelity, sieht dagegen hauptsächlich in Asien Chancen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

29.12.2014, 18:47 Uhr

Kaum hatte der ehemalige Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, ein Auslaufen der ultralockeren Geldpolitik angedeutet, zogen Investoren Milliarden aus den Schwellenländern ab und schichteten in US-Titel um

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Und EUROPA ?

Ist es in EUROPA besser...

wenn die EZB Staatsanleihen aufkauft...

aber die betroffene Länder nichts unternehmen um ...

NEUE ARBEITSPLÄTZE IN EUROPA ZU SCHAFFEN ?????????????????









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