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02.01.2015

06:34 Uhr

Anleihen

Skandinavien bleibt interessant

2014 war für Anleger von schwedischen Staatsanleihen das Beste seit 2011. Auch die anderen skandinavischen Länder entwickelten sich gut. Die schwedische Zentralbank könnte die Renditen im nächsten Jahr wieder treiben.

Altstadt Stockholm: Weitere Maßnahmen der Zentralbank gegen die Deflation könnten auch im neuen Jahr zu steigenden Renditen führen. ap

Altstadt Stockholm: Weitere Maßnahmen der Zentralbank gegen die Deflation könnten auch im neuen Jahr zu steigenden Renditen führen.

StockholmSchwedische Staatsanleihen werden Investoren zufolge in den nächsten Jahren weitere Gewinne erzielen. Den Grund dafür sehen die Experten bei der schwedischen Zentralbank. Die wird im nächsten Jahr vermutlich mehr als bisher tun, um den Kurs der größten skandinavischen Volkswirtschaft, Richtung Deflation abzuwenden. Die Zentralbank hat bis jetzt nur eine Senkung der Zinsen veranlasst. Die Riksbank hatte im Dezember dafür gestimmt, ihren Leitzins bis in die zweite Jahreshälfte 2016 hinein bei null zu belassen. Darüber hinaus hat sie erklärt, sie sei bereit für alle benötigten Maßnahmen, einschließlich einer Verzögerung bei der geldpolitischen Straffung, eines Versuch mit dem Ankauf von Vermögenswerten, negativen Einlagenzinsen und selbst Interventionen am Devisenmarkt als letztes Mittel, um den Trend zu stoppen.

„Die Riksbank wird mehr machen müssen und bereits bei ihrer nächsten Sitzung im Februar ein Paket unkonventioneller Maßnahmen ankündigen“, sagte Jussi Hiljanen, Leiter Strategie Festverzinsliche Wertpapiere bei der SEB in Stockholm, im Interview mit Bloomberg News. Schwedische Staatsanleihen kamen 2014 auf einen Ertrag von 11,7 Prozent und verzeichneten damit das beste Jahr seit 2011, nachdem sie 2013 laut Bloomberg Sovereign Index Verluste erzielten. Zum Vergleich: Norwegische Staatsanleihen brachten in diesem Jahr 8,8 Prozent ein, dänische Anleihen kamen auf ein Plus von 11,1 Prozent und finnische Staatspapiere legten 9,8 Prozent zu.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Der Renditeaufschlag von fünfjährigen Schweden-Bonds gegenüber deutschen Staatsanleihen mit gleicher Laufzeit lag am 23. Dezember bei rund elf Basispunkten, nachdem es Anfang des Jahres noch über 80 Basispunkte waren. „Der Abwärtstrend der Rendite bei den fünfjährigen schwedischen Anleihen wird bestehen bleiben. In Anbetracht dessen, was die Riksbank nach unserer Einschätzung tun wird, dürfte die Rendite in den kommenden Monaten um bis zu 15 Basispunkte sinken“, sagte Hiljanen. Auch werde sich der Spread zu den zehnjährigen deutschen Anleihen wohl um bis zu zehn Basispunkte verringern, fügte er an.

Die schwedische Zentralbank hat ihren Kurs der geldpolitischen Straffung auf dem Höhepunkt der Staatsschuldenkrise im Euroraum in den Jahren 2010 und 2011 komplett verändert. Die Geldpolitik hat seither die Kritik früherer Ratsmitglieder sowie auch von Nobelpreisträger Paul Krugman auf sich gezogen, der in Blogs monierte, die Bank verfehle ihre Aufgabe. Nachdem die Leitzinsen im Oktober auf null gesenkt wurden, zeigten Umfragen, dass die Inflationserwartung weiter unter das Ziel der Riksbank von zwei Prozent gesunken ist. Nach Ansicht von Claes Maahlen, Leiter Handelsstrategie bei Svenska Handelsbanken in Stockholm, werden Spekulationen auf unkonventionelle Maßnahmen der Zentralbank dazu beitragen, die Nachfrage nach den Staatsanleihen aufrechtzuerhalten. „Unser Hauptszenario ist, dass es keine außerordentlichen Schritte geben wird“, sagte er im Interview mit Bloomberg News. „Aber unter dem Aspekt, wie der Markt damit umgehen wird, ist die Wahrscheinlichkeit dafür ziemlich groß und wird die Renditen deckeln.“

Norwegische Anleihen dürften im kommenden Jahr von sinkenden Zinsen profitieren. Die Zentralbank des Landes hatte im Dezember erstmals seit fast drei Jahren die Zinsen gesenkt und wird 2015 die Geldpolitik voraussichtlich weiter lockern, um die Volkswirtschaft vor den Folgen des gesunkenen Ölpreises zu schützen. Nordea rechnet mit zwei weiteren Zinssenkungen im kommenden Jahr, von 1,25 Prozent auf 0,75 Prozent. DNB ASA, Norwegens größte Bank, rechnet sogar noch mit einer mehr. Auch ein niedrigeres Neuemissionsvolumen könnte die Staatspapiere stützen. Die Regierung plant, die Emissionen um 25 Prozent zu reduzieren auf 48 Milliarden Kronen.

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