Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2012

16:44 Uhr

Anleihen

Spanien sammelt vier Milliarden Euro ein

Erneutes Aufatmen in Spanien. Das als Krisenland geltende Euro-Land konnte sich bei Auktionen von Anleihen reibungslos refinanzieren. Und auch Frankreich findet problemlos neue Geldgeber.

Spanien war am Anleihemarkt erfolgreich. dpa

Spanien war am Anleihemarkt erfolgreich.

MadridTrotz der drohenden Staatspleite Griechenlands stehen andere Euro-Länder bei Anlegern wieder hoch im Kurs. Spanien und Frankreich liehen sich am Donnerstag problemlos einen zweistelligen Milliardenbetrag. Trotz meist fallender Zinsen stieg der Appetit der Investoren auf Staatsanleihen. Experten führten das auf die Aktion der Europäischen Zentralbank zurück (EZB), die den Banken fast eine halbe Billion Euro geliehen hat, die diese zu einem guten Teil in Staatsanleihen anlegen.

Die Auktion dreier Schuldtitel spülte Spanien 4,1 Milliarden Euro in die Staatskassen, wie die Finanzagentur am Donnerstag in Madrid mitteilte. Die Papiere mit Laufzeiten zwischen drei und sieben Jahren waren bis zu 4,4-fach überzeichnet, die Nachfrage der Anleger lag also deutlich über dem Zuteilungsvolumen. Die Rendite für die siebenjährige Anleihe fiel auf 4,832 von 5,352 Prozent, die für den dreijährigen Bond auf 2,966 von 4,984 Prozent. Dagegen stieg der durchschnittliche Zins für die bis Juli 2015 laufende Anleihe auf 3,3 von 2,8 Prozent. Spanien habe inzwischen bereits 35 Prozent des in diesem Jahr angestrebten Volumens am Markt eingesammelt, sagte Analyst Michael Leister von der DZ Bank: „Das ist sehr positiv“. Andere Experten hoben die starke Nachfrage hervor.

Frankreich nahm mit drei Versteigerungen 8,5 Milliarden Euro ein. Der durchschnittliche Zins für Bonds mit zweijähriger Laufzeit fiel auf 0,89 von 1,05 Prozent, der für fünfjährige Papiere auf 1,93 von 1,99 Prozent. Die Auktionen waren bis zu 3,3-fach überzeichnet. „Das sind durch die Bank weg gute Ergebnisse“, sagte Rabobank-Analyst Lyn Graham-Taylor.

Die Hängepartie um neue Milliardenhilfen für das hoch verschuldete Griechenland hatte viele Marktteilnehmer nervös gemacht. Es braucht dringend 130 Milliarden Euro von EU und IWF, andernfalls droht schon im März die Zahlungsunfähigkeit. Bislang hat die Regierung aber noch nicht alle Auflagen für die neuen Hilfen erfüllt.

In Spanien wird die Haushaltssanierung durch die Konjunkturflaute erschwert. Im vierten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent und damit zum ersten Mal seit zwei Jahren. Die Regierung will die Neuverschuldung in diesem Jahr auf 4,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes drücken. 2011 waren es nach Schätzung der konservativen Regierung rund acht Prozent.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×