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16.05.2013

10:38 Uhr

Anleihen

US-Bondverkäufe sinken erstmals seit 2010

Die USA werden in den kommenden Jahren weniger Anleihen platzieren müssen – steigenden Haushaltseinnahmen sei Dank. Doch das sinkende Defizit ist nur eine Momentaufnahme. Der Fehlbetrag wird langfristig wieder steigen.

Freundliche Prognosen für die US-Haushaltseinnahmen: Mittelfristig steigen sie, was die Platzierung weiterer Anleihen senkt. dpa

Freundliche Prognosen für die US-Haushaltseinnahmen: Mittelfristig steigen sie, was die Platzierung weiterer Anleihen senkt.

Das US-Finanzministerium wird nach Einschätzung einiger der größten Anleihehändler an der Wall Street sein Emissionsvolumen in den kommenden Monaten verringern. Es wäre der erste Rückgang seit drei Jahren. Grund sind die jüngst deutlich gestiegenen Staatseinnahmen.

Acht der 21 Primärhändler, die direkt mit der Zentralbank handeln, erwarten, dass das Finanzministerium womöglich schon im Juli das Volumen von Schuldverschreibungen mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahren verringern wird. Die Regierung hat ihre Kuponauktionen seit 2010 nicht mehr gesenkt; ein Jahr zuvor hatte die US-Wirtschaft die schlimmste Finanzkrise seit der Großen Depression hinter sich gelassen.

Ihre Erwartungen haben die Primärhändler in Reaktion auf das US-Wachstum, die steigenden Steuereinnahmen sowie gesenkte Staatsausgaben angepasst. Das Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) rechnet für das laufende Haushaltsjahr mit einem Budgetdefizit von 845 Milliarden Dollar, dem niedrigsten Fehlbetrag seit 2008.

“Das rapide sinkende Defizit bedeutet, dass wir weniger Treasury-Anleihen brauchen werden als bei einem nicht ganz so schnellen Defizitabbau”, sagte Edward Keon, Portfolio-Manager und Geschäftsführender Direktor von Quantitative Management Associates in Newark im US-Bundesstaat New Jersey. “Es gibt weltweit noch immer eine hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen, festverzinslichen Produkten.”

Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt

USA

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA

Ausblick: Negativ

China

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Japan

S&P Rating: AA-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Negativ

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Vereinigtes Königreich

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Brasilien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Russland

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Indien

S&P Rating: BBB-
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB-
Ausblick: Stabil

Kanada

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Australien

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Schweiz

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Eine Beschränkung des Angebots an einem Markt, wo ein Rekordwert von drei Dollar für jeden Dollar frischer Schulden geboten wird, könnte die Käufer dazu zwingen, mehr für Treasuries zu bezahlen. Die Nachfrage nach Kurzläufern ist derzeit so hoch, dass die Rendite einmonatiger Schatzpapiere unter null gedrückt wurde.

Das US-Finanzministerium, das seit Oktober 2010 jeden Monat 32 Milliarden Dollar an dreijährigen Anleihen begeben hat, dürfte das Angebot dieser Papiere im Juli auf 31 Milliarden Dollar senken, sagte Thomas Simons, Ökonom des Primärhändlers Jefferies, am 6. Mai in einem Telefoninterview. Im weiteren Monatsverlauf dürfte auch das Emissionsvolumen der zwei- und fünfjährigen Papiere um eine Milliarden Dollar zurückgefahren werden.

Nach Angaben von Mizuho Securities USA wird die US-Regierung wohl im August beginnen, das Emissionsvolumen bei diesen Papieren zu kürzen. Diese Einschätzung vertritt auch Morgan Stanley. Zudem rechnet die Bank für September auch mit einer Verringerung des Angebots an siebenjährigen Anleihen um eine Milliarden Dollar, gefolgt von Kürzungen in einem ähnlichen Umfang bei zehn- und 30-jährigen Treasuries im Oktober.

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