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24.12.2014

12:40 Uhr

Anleihen USA und Europa 2015

Die Mischung macht’s

VonSara Zinnecker

Endlich: Die US-Notenbank nimmt die Zinswende „geduldig“ in Angriff. 2015 dürften die Renditen von US-Staatsanleihen anziehen. Doch lohnt sich ein Investment? Und wie sieht es für die Euro-Zone aus? Was Experten raten.

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DüsseldorfRechtzeitig zum Jahreswechsel hat die US-Notenbank Fed das Signal gegeben, das die Märkte gebraucht haben: Man wolle ab sofort mit der Normalisierung der Geldpolitik beginnen, das Ganze allerdings „geduldig“. Die neue Formulierung deutet darauf hin, dass die Fed nach sechs Jahren ultralockerer Geldpolitik langsam auf eine Zinserhöhung zusteuert und eine Straffung der Geldpolitik ins Auge fasst.

Der Leitzins liegt bereits seit Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Kaum war die Nachricht draußen, dankten es die Aktienmärkte mit kräftigen Kurssteigerungen. Doch hat das Statement der amerikanischen Währungshüter auch Auswirkungen auf die Kurse von Staatsanleihen?

Direkt nach der Rede von Fed-Chefin Janet Yellen zumindest stieg die Rendite der zehnjährigen Treasuries um sieben Basispunkte auf 2,21 Prozent. Über zwei Tage waren es sogar 17 Basispunkte – der größte Anstieg in diesem Zeitfenster seit 17 Monaten. Damit sind die Renditen freilich längst noch nicht zurück auf dem Niveau, auf dem sie vor der Finanzkrise lagen. Damals, 2007, rentierten die gleichen Anleihen noch um die fünf Prozent. Wie weit sind die USA also noch entfernt davon, dass es wieder heißt: „Back to normal“? Und was bedeutet der eingeläutete Kurswechsel der Fed für Anleihen aus der Euro-Zone?

In einer exklusiven Umfrage für Handelsblatt Online haben Kapitalmarktexperten wichtiger Banken und Fonds in Deutschland eine Einschätzung abgegeben, wie es mit den Anleihekursen – in den USA und in anderen Industrieländern – 2015 weitergehen könnte. Wichtigste Erkenntnis vorweg: Während die Anlageprofis von steigenden Zinsen für US-Anleihen ausgehen – bis zu drei Prozent bei zehnjährigen Treasuries – rechnen sie auch weiterhin mit niedrigen Renditen von Anleihen in der Euro-Zone.

Die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik

Schulden steigen

Künstlich niedrig gehaltene Zinsen befördern die Schuldenwirtschaft, insbesondere die der Staaten und der Bankenindustrie.

Spekulationswellen

Künstlich tiefe Zinsen lösen (inflationäre) Spekulationswellen aus, führen zu „Boom-and-Bust“-Zyklen: überhitzte Situationen, in denen, wenn niemand mehr bereit ist, Kredite zu finanzieren, alles in sich zusammenbricht.

Fehlinvestitionen werden künstlich am Leben gehalten

Ein künstlich tief gehaltener Zins befördert, dass unprofitable Investitionsprojekte also Fehlinvestitionen aufrecht gehalten werden.

Verminderter Reformdruck auf Krisenländer

Werden die Zinsen künstlich abgesenkt, so verringert sich der Reformdruck auf Regierungen und Banken, ihre Haushalte beziehungsweise Bilanzen zu verbessern.

Das Problem: Hierzulande spielt die Fed-Entscheidung kaum eine Rolle, stattdessen orientieren sich die Anleihemärkte an der Konjunktur in der Euro-Zone und der Geldpolitik der EZB. Und letztere wird eher lockerer als fester. „Sollte die EZB im nächsten Jahr ihre Anleihekäufe auf Staatsanleihen ausweiten, dann könnte auch der Zins noch weiter sinken“, glaubt daher Frank Engels, Leiter Rentenfondsmanagement bei Union Investment. Allerdings weiß auch der Experte: Viel Platz nach unten ist nicht mehr.

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