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08.10.2014

08:21 Uhr

Anleihen

Wenn die Dänen die Deutschen schlagen

Der Markt wird mit Geld geflutet und oben auf schwimmen die dänischen Staatsanleihen. Sie bringen damit mehr Ertrag als deutsche und finnische Anleihen. Das wird auch so bleiben – sagen dänische Analysten.

Dänische Fans jubeln während eines Fußballspiels. In dänische Anleihen investierte Anleger hatten den meisten Grund zur Freude: Die Anleihen brachten mehr Ertrag als alle anderen. dpa

Dänische Fans jubeln während eines Fußballspiels. In dänische Anleihen investierte Anleger hatten den meisten Grund zur Freude: Die Anleihen brachten mehr Ertrag als alle anderen.

FrankfurtDänische Anleihen, die im vergangenen Quartal die beste Entwicklung in der nordischen Region hatten, werden nach Einschätzung der größten Bank des Landes ihre Rally im Jahresverlauf ausbauen – während die Leitzinsen ihren Tiefpunkt erreichen und der Markt mit Liquidität geflutet wird.

Staatsanleihen aus Dänemark haben den Anlegern im dritten Quartal einen Ertrag von 2,95 Prozent eingebracht. Bei norwegischen Schuldpapieren belief sich das Plus auf ein Prozent, bei schwedischen Anleihen auf 2,37 Prozent und bei finnischen Bonds auf 2,46 Prozent. US-Treasuries brachten derweil 0,5 Prozent ein und deutsche Bundesanleihen 2,34 Prozent, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten.

„Ausländische Investoren sind wieder an Dänemarks Anleihemarkt zurückgekehrt und wir sehen, dass Carry-Trades die dänischen Anleihen wieder stützen“, sagte Arne Lohmann Rasmussen, Stratege für festverzinsliche Wertpapiere bei Danske Bank, im Telefoninterview. „Wir gehen davon aus, dass sich dänische Anleihen im vierten Quartal besser entwickeln werden als deutsche, da die Liquidität hoch sein wird und Dänemarks Zentralbank wahrscheinlich mit einer weiteren Zinssenkung aushilft.“

Risiken und Nebenwirkungen von Hochzins-Anleihen

Was passiert, wenn Zinsen niedrig bleiben

Hochzinspapiere erscheinen relativ attraktiv, da finanzstarke Emittenten nur extrem niedrige Zinsen zahlen. Gerade schwach beleumundete Schuldner sind auf steigende Preise für ihre Produkte angewiesen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Signalisieren die Niedrigzinsen gar eine Phase fallender Preise (Deflation), steigt das Pleiterisiko erheblich.

Was tun wenn die Zinsen niedrig bleiben

Unternehmensanleihen im Rahmen der Streuung des Depots beimischen. Deutet sich eine Phase fallender Güterpreise an, sollten Anleger ihre Hochzinsanleihen verkaufen und keine Neuengagements eingehen.

Was passiert wenn die Zinsen steigen

Bei steigenden Zinsen bieten Hochzinspapiere und Schrottbonds etwas Schutz vor sehr hohen Kursverlusten, weil sie einen relativ hohen Kupon bieten. Allerdings kommen lang laufende Papiere spätestens dann unter Druck, wenn sich neue Papiere gut beleumundeter Schuldner im Zins den Kupons alter Schrottbonds deutlich annähern.

Was tun wenn die Zinsen steigen

Papiere mit einer Bonität knapp unterhalb der Investitionsklasse mit einer Laufzeit bis zu rund vier Jahren sind attraktiv. Allgemeine Konjunktur- und Branchenprobleme oder individuelle Fehlgriffe des Managements bedrohen Hochzinsbonds generell.

Fazit

In Phasen halbwegs erträglicher Konjunktur und fallender Zinsen sind Hochzinsbonds gut geeignet. Diese Kombination dürfte es aber in den kommenden Jahren kaum noch geben.

Während die Europäische Zentralbank (EZB) unter Präsident Mario Draghi geldpolitische Impulse setzte und Zinssenkungen vornahm, kehrte die dänische Notenbank - deren Krone an den Euro gekoppelt ist - im September wieder zum Negativzinsregime zurück, das sie in den dunkelsten Stunden der europäischen Schuldenkrise beibehalten hatte. Dänemarks Leitzins, der Satz für Einlagenzertifikate, steht bei minus 0,05 Prozent, verglichen mit einem Einlagensatz von 1,5 Prozent in Norwegen.

Danske Bank erklärte vergangene Woche, dass eine Erstarkung der Krone Notenbankchef Lars Rohde dazu veranlassen könnte, in den nächsten drei Monaten den Leitzinssatz um 0,1 Prozentpunkte auf minus 0,15 Prozent zu senken. Das wäre der zweitniedrigste Zinssatz in der Geschichte der Zentralbank.

„Im November wird eine Staatsanleihe fällig und zudem findet eine Refinanzierungsrunde am Hypothekenanleihemarkt statt, was zu einer höheren Liquidität beiträgt“, erklärte Lohmann Rasmussen weiter. „Wir sehen im vierten Quartal Wert in praktisch allen dänischen Anleihen über das gesamte Laufzeitspektrum.“

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