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13.09.2016

13:59 Uhr

Anleihenbericht

Deutsche Bundesanleihen ziehen wieder an

Die Aussagen der US-Notenbanker sind die entscheidenden Faktoren bei der Kursentwicklung am Anleihemarkt. Die Aussichten auf eine US-Zinserhöhung im Monat September haben sich am heutigen Dienstag deutlich verringert.

Die Euro-Skulptur leuchtet vor der Europäischen Zentralbank: Die EZB setzt mit ihrem Anleihenkaufprogramm die Bondmärkte unter Druck. dpa

Eurozone

Die Euro-Skulptur leuchtet vor der Europäischen Zentralbank: Die EZB setzt mit ihrem Anleihenkaufprogramm die Bondmärkte unter Druck.

FrankfurtDie Kurse der deutschen Bundesanleihen sind am Dienstag erstmals seit vier Tagen gestiegen und folgten den US-Treasuries nach oben. Äußerungen von Fed-Gouverneurin Lael Brainard in Richtung einer lockeren Tendenz der amerikanischen Geldpolitik führten dazu, dass Händler ihre Erwartungen bezüglich einer US-Zinserhöhung reduzierten. Die Chance für eine Anhebung auf der Sitzung der Federal Reserve am 20./21. September wird vom Markt nun auf 22 Prozent eingeschätzt, verglichen mit 30 Prozent am Freitag.

„Der treibende Faktor an den Märkten sind die Zentralbanken“, sagt Allan von Mehren, Chef-Analyst bei Danske Bank A/S in Kopenhagen.

„Die EZB hat wohl letzte Woche etwas enttäuscht, und die Fed hatte begonnen eine Erhöhung zu signalisieren. Aber dann haben die die Äußerungen von Brainard in Richtung einer lockeren Tendenz der Geldpolitik die Märkte erneut beruhigt und die Bonds legen etwas zu.“

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zuletzt bei 0,006 Prozent drei Basispunkte niedriger. Am Terminmarkt stieg der Bund-Future um 58 Basispunkte auf 163,92 Prozent. Die Rendite von zehnjährigen US-Staatsanleihen fiel um einen Basispunkt auf 1,65 Prozent.

Enttäuschend fielen Konjunkturdaten aus Deutschland aus. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen lag im September bei 0,5, Ökonomen hatten einer Bloomberg-Umfrage zufolge einen Wert von 2,5 erwartet.

Am Primärmarkt nahm Italien 8 Milliarden Euro in vier Tranchen auf. Während das 30-jährige Papier mit einer niedrigeren Emissionsrendite als bei der letzten Auktion ausgestattet war, 2,28 Prozent gegenüber 2,44 Prozent, stieg die Emissionsrendite bei der siebenjährigen Tranche auf 0,69 Prozent, verglichen mit 0,63 Prozent am 13. Juli.

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