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11.02.2013

12:52 Uhr

Anleihenmarkt

Anleger lassen die Finger von Spanien und Italien

Investoren sind, trotz Rosenmontag, nicht in Feier- und Geberlaune. Italienische und spanische Anleihen finden wenige Abnehmer, die Renditen steigen. Die Angst wächst, dass die Euro-Krisenkinder ihren Sparkurs verlassen.

Momentan gibt kaum jemand einen Euro auf spanische Anleihen. dpa

Momentan gibt kaum jemand einen Euro auf spanische Anleihen.

FrankfurtSorgenfalten statt Feierlaune: Am Rosenmontag ließen die Investoren von Anleihen aus Südeuropa lieber die Finger. Es wächst die Angst, dass die Euro-Sorgenkinder Italien und Spanien vor einer Abkehr ihres Sparkurses stehen könnten. Die Kurse der Peripherie-Bonds fielen, die Renditen zogen spürbar an. Erst wenn der Ausgang der Wahlen in Italien klar sei und sich die politische Situation in Spanien beruhigt habe, dürfte es für die Anleihen dieser Länder wieder bergauf gehen, sagte Piet Lammens, Stratege bei KBC.

Zehnjährige spanische Papiere rentierten zu Wochenbeginn bei 5,435 Prozent – nach 5,383 Prozent im Freitagsgeschäft. Ihre italienischen Pendants lagen bei 4,7 nach zuletzt 4,570 Prozent.

Reformwillige Parteien in Italien und Spanien schwächeln

Umfragen in beiden Ländern deuten daraufhin, dass die reformwilligen Parteien an Unterstützung verlieren – wenn auch aus verschiedenen Gründen. In Italien hat die Partei des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zuletzt Boden gutmachen können - Ende Februar wird dort ein neues Parlament gewählt. In Spanien drückt der Korruptionsskandal um Ministerpräsident Mariano Rajoy die Regierungspartei in ein Umfragetief.

Noch seien die Risikoaufschläge für spanische und italienische Bonds zwar weit von den Niveaus entfernt, die Sorgen um die fiskalische Tragfähigkeit rechtfertigten, schrieb Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. „Aber dem Markt dürfte es zunehmend schwerfallen, die Risiken, die im Euroraum bestehen, weiter zu ignorieren.“

Deutlich wird das auch beim Euro : Die Gemeinschaftswährung lag am Montag mit 1,3385 Dollar weit unter ihren Anfang Februar erreichten Höchstständen von 1,3711 Dollar. Für Verunsicherung sorgte – neben der Entwicklung in Italien und Spanien – zudem die anhaltende Debatte um eine aktive Steuerung des Euro-Wechselkurses.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici hatte angekündigt, das Thema bei der Zusammenkunft der Euro-Gruppe am Nachmittag wie auch beim G20-Treffen der Finanzminister am Freitag diskutieren zu wollen. Frankreich sieht in der jüngsten Euro-Stärke Nachteile für die europäische Wirtschaft. Die deutsche Regierung hält die Gemeinschaftswährung allerdings nicht für überbewertet und spricht sich für flexible und am Markt gebildete Wechselkurse aus.

Kommentare (18)

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Republikaner

11.02.2013, 13:46 Uhr

Kommt F dazu - die Zahlen zu Verschuldung/BSP, Abeitslosigkleit und Verschuldungsgeschwindigkeit - sprechen Bände, gehen endgültig die Lichter aus! Ein wichtiger Seismograph ist dieses Wertpapier: A1HAW9 - fällt der Kurs auf unter 95 gibt es eine Atomexplosion!

Account gelöscht!

11.02.2013, 13:53 Uhr

Spanien, Italien, Griechenland, FRANKREICH, Belgien, Irland, Portugal, Finger weg!!!

HabemusPapam

11.02.2013, 14:22 Uhr

Man, man, man. Das sind ja wieder Meldungen heute zuerst tritt der Papst zurück und dann Spanien und Italien auch noch Junk und schaffen es kaum ihr wertloses Papier an irgendwelche Irren zu verkaufen...

...was soll nur aus dem Abendland werden?

Aber - kein Problem - die Reaktion von HB Online schafft es auch noch den Atomkrieg gesund zu beten. Demnach also "Habemus Papam!" und "Die Krise ist vorbei!"

Hosianna in der Höhe!

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