Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.06.2016

13:32 Uhr

Anleihenmarkt

Die Hausse geht weiter

An den Bondmärkten setzte sich am heutigen Donnerstag das Kaufinteresse fort. Erneut kauft die Europäische Zentralbank Unternehmensanleihen, Händlern zufolge auch von zwei deutschen Konzernen.

Die Euro-Skulptur leuchtet vor der Europäischen Zentralbank: Die EZB setzt mit ihrem Anleihenkaufprogramm die Bondmärkte unter Druck. dpa

Eurozone

Die Euro-Skulptur leuchtet vor der Europäischen Zentralbank: Die EZB setzt mit ihrem Anleihenkaufprogramm die Bondmärkte unter Druck.

FrankfurtAm zweiten Tag, an dem die EZB Unternehmensanleihen kaufte, erwarb sie Kreisen zufolge Anleihen von Volkswagen, Continental und Orange. Die Rendite zehnjähriger Gilts, der britischen Staatsanleihen, sank auf ein Allzeittief.

Am späten Vormittag rentierten zehnjährige deutsche Bundesanleihen rund einen Basispunkt niedriger bei 0,042 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 20 Basispunkte auf 164,56 Prozent. Marktteilnehmer erwarten anhaltendes Kaufinteresse. „Aufgrund der Vorgaben aus dem asiatischen Handel könnte es heute also durchaus sein, dass 10jährige Bunds erstmals in der Geschichte keine Rendite mehr abwerfen”, schrieb Dirk Gojny, Volkswirt bei der National-Bank in Essen, am Donnerstag.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Zudem rechnen viele Investoren mit einer Zinssenkung in Großbritannien. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Gilts, der britischen Staatsanleihen, auf nur noch knapp über 1,22 Prozent - einem Rekordtief.
Auch Peripherieanleihen waren nach uneinheitlicher Tendenz im frühen Handel erneut gesucht. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen aus Italien, Spanien und Portugal sanken in der Bandbreite zwischen rund einem und drei Basispunkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries sank um rund zwei Basispunkte auf zuletzt 1,68 Prozent. Damit sank die Rendite auf den tiefsten Stand seit Anfang April, zeigen Bloomberg-Daten.

Am Primärmarkt will Otto Group Kreisen zufolge eine nachrangige Euro-Anleihe begeben. BNP, Commerzbank und DB seien mandatiert, hieß es weiter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×