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06.04.2011

08:35 Uhr

Asiatische Märkte

Börse in Tokio schließt schwächer

Die Aktien des Atomkraftwerksbetreiber Tepco fallen schon wieder auf ein neues Rekordtief. Die positive Nachricht, dass ein Leck am havarierten AKW Fukushima geschlossen werden konnte, hielt den Abwärtstrend nicht auf.

Ein Mann geht an der Außenanzeige der Börse Tokio vorbei. Quelle: dpa

Ein Mann geht an der Außenanzeige der Börse Tokio vorbei.

Tokio/HongkongDie Märkte in Fernost haben am Mittwoch uneinheitlich tendiert. In Tokio stürzten die Aktien von Tokyo Electric Power (Tepco), Betreiber des havarierten Atomkraftwerks in Japan, zeitweise um 19 Prozent ab und schlossen mit einem Minus von knapp sieben Prozent. Die Nachricht, es sei gelungen, das Leck in einem Reaktorgebäude des AKW Fukushima zu schließen, so dass kein hochradioaktives Wasser mehr ins Meer fließe, wirkte sich nur kurzfristig positiv auf den Kurs aus. Es bleibt die Unsicherheit über die Zukunft von Tepco.
Der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei ging mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 9584 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index lag 0,89 Prozent tiefer bei 839 Zählern. Die Börsen in Taiwan und Shanghai lagen dagegen über ein Prozent im Plus. Auch in Hongkong und Singapur legten die Kurse zu. Verluste verbuchte dagegen Südkorea.
Der weltgrößte Autobauer Toyota teilte am Mittwoch mit, auch in der nächsten Woche blieben die meisten Produktionsbänder still und dementierte damit einen Zeitungsbericht. Die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ hatte zuvor berichtet, Toyota nehme in der kommenden Woche in einem Großteil der noch geschlossenen 15 Werke den Betrieb wieder auf. Der Produktionsausfall belaufe sich dann auf fast 300.000 Wagen. Toyota-Papiere legten um 0,15 Prozent zu.
Der Yen verlor am Mittwoch weiter an Wert und erreichte gegenüber dem Euro ein Elf-Monats-Tief und gegenüber dem Dollar, ein Sechs-Monats-Tief. Der schwache Yen kommt vor allem japanischen Exporteuren zugute. „Aber Autobauer und andere
Produzenten müssen erst in der Lage sein mit voller Leistung zu produzieren, um wirklich eine positive Wirkung zu spüren“, sagte Hiroaki Osakabe von Chibagin Asset Management. Da gegenwärtig noch die Sorgen über Produktionsengpässe aufgrund des Erdbebens
und des Tsunamis im Vordergrund stünden, seien die Auswirkungen des schwachen Yen auf die Kurse noch gering.
Von der japanischen Notenbank (BOJ) wird eine Beibehaltung ihres Kurses erwartet. Die Währungshüter kamen am Mittwoch zu einem zweitägigen Treffen zusammen. Erwartet wird auch eine Diskussion über weitere Hilfen für Banken in der Erdbebenregion.
Chinas Notenbank hatte am Dienstag im Kampf gegen die steigende Inflation die geldpolitischen Zügel zum vierten Mal seit Oktober angezogen. Vergangene Zinserhöhungen hatten sich negativ auf Aktienkurse und Rohstoffe ausgewirkt, weil eine Abschwächung der
Nachfrage aus China nach Werkstoffen für die Industrie, Bauteilen und fertigen Produkten befürchtet wurde. Doch mittlerweile habe sich der Markt auf die straffere chinesische Geldpolitik eingestellt, sagte ein Metall-Händler in Singapur.
Auch von der Europäischen Zentralbank wird erwartet, dass sie am Donnerstag den Leitzins anhebt und zwar erstmals seit Juli 2008. Der Euro-Kurs notierte in Fernost kaum verändert und hielt sich gegenüber dem Dollar in der Nähe seines
Fünf-Monat-Hochs.

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