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13.01.2010

12:26 Uhr

Asien-Börsen

China erlaubt Leerverkäufe am Aktienmarkt

VonBloomberg

Der Bewertungsabschlag, zu dem chinesische Aktien in Hongkong gegenüber den Börsen auf dem Festland gehandelt werden, dürfte schrumpfen. Der Grund: China hat Leerverkäufe sowie Terminkontrakte auf Aktienindizes erlaubt. Auch können Aktien auf Kredit gekauft werden.

Terminkontrakte sollen die Schwankungen am chinesischen Aktienmarkt begrenzen dpa

Terminkontrakte sollen die Schwankungen am chinesischen Aktienmarkt begrenzen

HONGKONG. Die neuen Vorschriften gelten für chinesische Bürger sowie für 94 internationale Institute, die von der Regierung für den Festlandshandel zugelassen sind.

Wenn Investoren auch auf fallende Kurse setzen dürfen, wird das den Handel in China effizienter machen, so dass der Bewertungsvorsprung gegenüber Hongkong schrumpfen dürfte. Derzeit wird ein Index von in Hongkong notierten Aktien aus Festlandchina 38 Prozent niedriger gehandelt. Chinas Benchmark-Index, der Shanghai Composite Index, wird zum etwa 34-fachen des Gewinns bewertet, die zweithöchste Bewertung in Asien, wie Daten belegen.

"Für die Marktteilnehmer wird es leichter, Arbitrage-Geschäfte einzugehen", erläutert Philip Schwartz, Fondsmanager bei ING Investment Management. "Es wird eher Abwärtspotenzial bei den Aktienkursen in Shanghai geben, weil diese traditionell höher gehandelt werden. Die Arbitrage dürfte funktionieren, aber es wird sehr, sehr lange dauern." Bei einem Leerverkauf leiht ein Anleger einen Vermögenswert und verkauft ihn, wobei er hofft, dass der Kurs sinkt und er das Wertpapier später günstiger zurückkaufen kann. Ein Investor, der die Kursdifferenz gegenüber China ausreizt, dürfte Aktien in Hongkong kaufen und die Titel desselben Unternehmens auf dem Festland leer verkaufen.

Die Aktien der Gesellschaft China Petroleum & Chemical sind in Hongkong beispielsweise zum 17,5-fachen des ausgewiesenen Gewinns bewertet und damit nur halb so hoch wie in Shanghai, wo sie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 38,2 haben. Bei Petro China, dem größten Ölproduzenten des Landes und der weltweit größten Gesellschaft gemessen am Börsenwert, notierten die Aktien in Hongkong vor der Ankündigung mit einem Abschlag von 34 Prozent zu ihrem Kurs in Shanghai.

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