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20.01.2011

05:02 Uhr

Asien-Börsen

Chinas starke Konjunkturzahlen verpuffen

VonFinn Mayer-Kuckuk

Obwohl China heute ein hohes Wachstum für das vergangenen Jahr bekannt gegeben hat, liegen die asiatischen Aktienmärkte durchweg im Minus. Es waren vor allem schlechte Vorgaben aus den USA, die den Anlegern auf die Laune schlugen.

Kurstafel in Shanghai: Zinssorgen überwiegen. dpa

Kurstafel in Shanghai: Zinssorgen überwiegen.

HB PEKING. Alle wichtigen Aktienindizes in Asien haben am Donnerstag Kursverluste verbuchen müssen. Vor allem in China waren die Kurstafeln tiefrot aus: Der Shanghai Component Index lag 2,1 Prozent unter der Vortagesnotierung während in Hongkong der Hang Seng um 1,3 Prozent fiel.

Zwar hatte das Statistikamt am Morgen einen kräftigen Wachstumsschub im Jahr 2010 in China bekannt gegeben. Dort war hatte sich das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal weiter beschleunigt. Es habe 9,8 Prozent betragen nach 9,6 im vorangegangenen Vierteljahr, teilte das Nationale Statistikbüro mit. Die Inflation sei hingegen abgebremst worden. Die Verbraucherpreise seien im Dezember um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen. Im November hatte die Preissteigerung 5,1 Prozent betragen. Ökonomen hatten die Zahlen jedoch so ähnlich vorhergesagt. Die schwachen Vorgaben von der Wall Street waren da stärker als der Konjunkturreflex. Am Vortag hatten Goldman Sachs und Wells Fargo in den USA enttäuschende Jahresbilanzen vorgelegt.

Dazu kam bei cleveren Marktteilnehmern schon die nächste Ableitung aus den Nachrichten vom hohen Wachstum: Die Regierung in Peking wird in den kommenden Monaten auf die Bremse treten, um eine Überhitzung zu verhindern. Zinserhöhungen schlagen jedoch bekanntlich auf die Kurse.

Hohe Verluste zeigten daher vor allem zinssensitive Werte. Die Immobilienfirma Poly Real Estate verlor in Shanghai 2,7 Prozent. Rivale China Vanke sah ein Kursminus 2,8 Prozent. Die Bank of China gab in Hongkong 2,1 Prozent nach.

Im Nachbarland Japan sah es nicht viel besser aus. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsschluss einen Verlust von 1,13 Prozent und ging beim Stand von 10.437 Punkten aus dem Markt. Der breit gefasste Topix büßte um 1,03 Prozent auf den Stand von 927 Zählern ein.

Händler machten allerdings auch Gewinnmitnahmen nach den letzten Kursanstiegen für das Minus verantwortlich. Zugleich äußerten sie die Hoffnung, dass die japanischen Unternehmen in den nächsten Tagen mit guten Quartalszahlen die Stimmung an der Börse wieder aufhellen und die Anleger zu Käufen ermuntern würden.

Der Dollar wurde am Nachmittag etwas fester mit 82,10-13 Yen gehandelt nach 82,05-07 Yen am späten Vortag. Der Euro notierte zum Yen leichter mit 110,50-54 Yen nach 110,64-68 Yen. Zum Dollar lag er bei 1,3458-61 Dollar nach 1,3484-85 Dollar am späten Vortag.

Die chinesische Währung Yuan erreichte unterdessen einen neuen Rekordstand gegenüber dem US-Dollar. Ein Dollar kostete nur noch 6,5885 Yuan.

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