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18.01.2011

04:07 Uhr

Asien-Börsen

Nikkei trotzt dem „Jobs-Schock“

Der US-Computerhersteller Apple ist ein Schwergewicht unter den US-Werten - und die Börsen Tokio und Hongkong folgen traditionell den Vorgaben aus New York. Doch in den USA war am Montag Feiertag, was den Einschlag der schlechten Nachrichten etwas hinausschiebt.

Aktienmarkt Tokio: Sorge um iPhone-Hersteller vorerst verschoben. Quelle: dpa

Aktienmarkt Tokio: Sorge um iPhone-Hersteller vorerst verschoben.

HB PEKING/TOKIO/HONGKONG. Der techniklastige Aktienmarkt in Japan hat die Nachricht von einer erneuten beruflichen Auszeit von Apple-Chef Steve Jobs gut verkraftet. Auf dem seit langem zerbrechlich wirkenden Manager in Jeans und stets schwarzem Rollkragenpulli ruhen die Träume und die Ängste der weltweiten Investoren. Seit Jahren kämpft der strenge Veganer gegen Krebs. Vor sechs Jahren musste er wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs behandelt werden, 2009 wurde die Leber transplantiert. Jetzt bat er zum dritten Mal um Entbindung vom operativen Geschäft.

Die Gewinne hielten sich aber in Grenzen, weil die Anleger mit Spannung auf die Reaktion der Wall Street auf die Nachricht abwarteten. Jobs hatte seinen Rückzug zwar schon am Montag mitgeteilt, wegen eines Feiertags in den USA können die Aktienmärkte aber erst verzögert darauf reagieren. Bei den Devisen zeigte sich der Euro im asiatischen Handel robust. Die Euro-Finanzminister hatten zuvor bis tief in die Nacht über eine effektivere Gestaltung des Euro-Rettungsschirms beraten.

Im Fokus aber stand die Apple-Nachricht. „Die Anleger werden genau beobachten, wie der US-Markt auf die Neuigkeiten von Jobs wie auch die Bilanz reagiert, dass der „Jobs-Schock' nicht nur einzelne Werte oder Sektoren, sondern auch gesamte Indizes bewegen könnte“, sagte Analyst Norihiro Fujito. Apple wollten am Dienstagabend auch Quartalszahlen veröffentlichen.

In Tokio schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte knapp 0,2 Prozent fester auf 10.518 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,3 Prozent auf 931 Zähler.

Bei den japanischen Einzelwerten gehörte Elpida Memory zu den Gewinnern. Das Unternehmen will bestimmte Chip-Preise erhöhen. Die Aktie legte 1,1 Prozent zu. Die Papiere von Yoshinoya Holdings stiegen 1,4 Prozent. Der Betreiber von Schnell-Restaurants kündigte an, Aktien von Großanlegern zurückzukaufen. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Singapur und Taiwan verbuchten Gewinne. Dagegen tendierten die Märkte in Shanghai und Seoul leicht im Minus.

Bei den Devisen legte der Euro im fernöstlichen Handel leicht zu: Die Aussicht auf eine Reform des Euro-Rettungsschirms (EFSF) in naher Zukunft gab der Gemeinschaftswährung Rückhalt. Die Euro-Finanzminister wollen den Rettungsschirm für Staaten in Finanznot möglichst rasch verstärken. „Wir werden die Arbeit beschleunigen, um dem Europäischen Rat so schnell wie möglich ein Ergebnis vorzulegen“, sagte der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, am Montagabend nach den Beratungen der Ressortchefs in Brüssel. Es gebe aber noch einige Meinungsverschiedenheiten darüber, wie der ursprünglich zugesagte Betrag von 440 Milliarden Euro auch als Kreditvolumen genutzt werden könnte.

Der Euro kostete in Tokio 1,3320 Dollar nach 1,3290 Dollar im späten New Yorker Handel. In japanischer Währung kostete ein Dollar 82,55 Yen. Am Vorabend in New York wurde der Dollar mit 82,72 Yen gehandelt.

Während der Hongkonger Hang-Seng-Index um 0,75 Prozent auf 24.339 Punkte zulegte, blieb auf dem Festland der Shanghai Composite in seiner Verluststrähne gefangen. Der chinesische Leitindex verlor ein halbes Prozent.

Der derzeit laufende Ausstieg aus der Konjunkturförderung belastet vor allem wachstumsabhängige Branchen. Die Aktien des größten Ölförderers Petrochina verloren ebenso wie Bergbauwerte wie Jiangxi Copper. "Der Markt wird weiter fluktuieren, so lange die Straffung der Geldpolitik läuft", sagt Fondsmanager Wang Zheng von Bosera Asset Management.

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