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26.01.2010

07:46 Uhr

Asienbörsen

Starker Yen belastet Japans Exportwerte

Strengere Kreditregeln in China und ein Ausgabenstopp der US-Regierung haben die asiatischen Börsen am Dienstag belastet. Viele Anleger sorgten sich, dass die Maßnahmen den Aufschwung der Weltwirtschaft verlangsamen könnten.

HB TKIO/HONGKONG. "Das Einfrieren des Haushalts in den USA und die Schritte Chinas werden die Wirtschaft in Südkorea treffen, wenn nicht sogar die derzeitige Erholung abwürgen", sprach Park Sang Hyun von Hi Investment & Securities in Seoul die Befürchtung vieler Börsianer in Asien aus. Die Weltwirtschaft benötige weiterhin die Konjunkturmaßnahmen der Regierungen, so Park.

Der Markt in Südkorea verlor rund zwei Prozent. In Tokio belastete der stärkere Yen vor allem Exportwerte. Dort verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,8 Prozent auf 10 325 Punkte und sank damit auf den tiefsten Schlussstand seit fünf Wochen. Der breiter gefasste Topix-Index schloss rund zwei Prozent im Minus bei 916 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Singapur und der chinesische Leitindex notierten schwächer. In Taiwan sackte der Börsenindex sogar um 3,5 Prozent ab.

Regierungsvertreter in Washington sagten, dass die USA zum Abbau ihrer Rekordschulden einen Großteil ihrer Ausgaben drei Jahre lang einfrieren wollen. Die Grundzüge seines Plans stelle Präsident Barack Obama in seiner ersten Rede an die Nation am Mittwoch vor, hieß es weiter. Der Haushaltsentwurf für 2011 wird am Montag kommender Woche erwartet. Der Schritt soll den Angaben zufolge in zehn Jahren 250 Mrd. Dollar einsparen. Obwohl die Finanzmärkte der Abbau des US-Defizit von 1,4 Billionen Dollar allein für das Haushaltsjahr 2009 generell begrüßten, fürchteten die Anleger in Asien, dass damit der allmähliche Aufwärtstrend in den USA gefährdet sei.

Hinzu kamen ein weiteres Mal die Sorgen vor einer strafferen Geldpolitik der chinesischen Regierung. Aus Bankenkreisen verlautete, die Geldhäuser der Volksrepublik seien angewiesen worden, ihre Kapitalreserven ab Dienstag zu erhöhen. Die Maßnahmen waren bereits vergangene Woche bekanntgeworden. Damit solle die massive Kreditvergabe eingedämmt werden, um die Inflationsgefahr zu drosseln und eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern. Die weltweite Erholung von der Finanzkrise kam auch durch ein kräftiges Wachstum in China zustande. Bei den Einzelwerten gerieten neben Bankentiteln in Hongkong die Aktien des PC-Herstellers Lenovo unter Druck, die um 6,9 Prozent in die Knie gingen. Anleger schätzten nach einer Gewinnwarnung von Foxconn International die Stimmung am Technologiemarkt schwächer ein.

Die japanische Notenbank beließ ihre Zinssätze nahe Null und bekräftigte ihre Politik des billigen Geldes. Wie erwartet kündigte sie aber keine neuen geldpolitischen Initiativen an, um die schleppende Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft zu befeuern. Die Entscheidung hatte aber kaum Einfluss auf den Handel. Vielmehr belastete der stärkere Yen Exportwerte. Die Aktien von Toyota gaben um 2,5 Prozent nach, die Papiere von Sony verloren sogar 4,8 Prozent.

Die Maßnahmen der chinesischen Regierung sorgte vor allem beim Yen für Aufschläge. Der Euro fiel gegenüber dem Yen zeitweise auf den tiefsten Stand seit neun Monaten und notierte bei 126,33 Yen. Auch zum Dollar legte die japanische Währung zu. Der Greenback gab zeitweise auf unter 89,71 Yen nach und notierte so tief wie seit einem Monat nicht mehr. Der Euro kostete 1,4083 Dollar nach 1,4150 im US-Handel.

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