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20.08.2013

13:57 Uhr

Asiens Börsen auf Talfahrt

Die Angst geht um

Die Schwellenländer schwächeln und sorgen bei Investoren für Krisenstimmung. Händler sprechen von einem aggressiven Ausverkauf an den Börsen. Und dann ist da noch der Währungsverfall.

Ein Börsenhändler in Frankfurt. Die asiatischen Leitindizes müssen kräftig Federn lassen. ap

Ein Börsenhändler in Frankfurt. Die asiatischen Leitindizes müssen kräftig Federn lassen.

Tokio/Jakarta/MumbaiWachstumssorgen haben zu Wochenbeginn an fast alle großen Handelsplätzen in Asien kräftige Kursverluste ausgelöst. Die Anleger befürchteten eine konjunkturelle Abschwächung in der Region, sagten Börsianer. Insbesondere China und Indonesien könnten an Schwung verlieren, hieß es. Für Indonesiens Währung und Börsen ging es am Dienstag weiter rasant abwärts. In Indien schürt der anhaltende Absturz der Rupie Ängste vor negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.

Der Leitindex Sensex der Börse in Mumbai sackte unter die psychologisch wichtige Marke von 18 000 Punkten. Die indische Währung fiel auf ein neues Rekordtief zur US-Währung von 64,12 Rupie je Dollar - vergleich mit Anfang April entsprach dies einem Minus von mehr als 16 Prozent. Die deutlichsten Verluste unter den großen Aktienmärkten Asiens verbuchte am Dienstag die Börse in Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Dort fiel der Leitindex, der Jakarta Comp, zuletzt um 3,69 Prozent auf 4154,20 Punkte.

Was 2013 aus 100.000 Euro wurde (1.Halbjahr)

Silber

62.510 Euro

Brasilianische Aktien

73.320 Euro

Gold

74.490 Euro

Russische Aktien

83.690 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

88.730 Euro

Türkische Aktien

90.210 Euro

Bundesanleihen

98.260 Euro

US-Treasuries

98.540 Euro

Sparbuch

100.032 Euro

Tagesgeld

100.930 Euro

US-Dollar

101.220 Euro

Deutsche Aktien

104.360 Euro

Öl (WTI)

105.550 Euro

Japanische Aktien

113.630 Euro

US-Aktien

115.280 Euro

Venezolanische Aktien

151.720 Euro

Indien machen das große Leistungsbilanzdefizit und verschleppte Reformen zu schaffen. In Indonesien hatte sich das Defizit in der Leistungsbilanz, die den Waren- und Dienstleistungshandel umfasst, zuletzt auf einen Rekordwert ausgeweitet.

Nach Ansicht des Marktstrategen Ishaq Siddiqi von ETX Capital sind die Märkte in den Schwellenländern derzeit in einem aggressiven Ausverkauf gefangen. Dieser sei vor allem auch von den Sorgen um die US-Geldpolitik ausgelöst worden. Immer mehr Anleger rechneten mit einer baldigen Drosselung der ultralockeren US-Geldpolitik, die die globalen Aktienmärkte in den vergangenen Monaten angetrieben hatte. Als Folge würden sie sich auf steigende Zinsen einstellen.

Chefanalyst Jörg Rohmann von Alpari Deutschland argumentiert: Im Rahmen steigender Anleiherenditen etwa in den USA werde das Kapital vermehrt aus den Schwellenländern abgezogen, die wie Indien oder Indonesien über starke Leistungsbilanzdefizite verfügen. In diesen Ländern kämen derzeit alle Anlageklassen unter Druck.

Der Stoxx Asia/Pacific 600, der die 600 größten Unternehmen der Börsen in Australien, Hongkong, Japan, Neuseeland und Singapur enthält, fiel am Dienstag um 1,47 Prozent auf 131,51 Punkte. Der Hongkonger Hang-Seng-Index büßte 2,20 Prozent auf 21 970,29 Punkten ein. In Tokio schloss der Leitindex Nikkei-225-Index 2,63 Prozent tiefer bei 13 396,38 Punkten. Exportorientierte Unternehmen litten besonders unter der Aussicht auf eine wirtschaftliche Abschwächung. Auch der Anstieg des Yen gegenüber dem US-Dollar habe sich negativ ausgewirkt.

Von

dpa

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