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14.01.2004

12:42 Uhr

Auch Konkurrenten haben politische Unterstützung

Kanzler wirbt für Deutsche Bank

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Förderung des Finanzplatzes Deutschland offenbar zur Chefsache erklärt. Schröder habe den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in einem Brief aufgefordert, die Deutsche Bank beim 5 Mrd. Euro schweren Börsengang der China Construction Bank zu berücksichtigen, hieß es in informierten Kreisen. Bankenkreisen zufolge könnte China Construction bis nächste Woche über die Mandatsvergabe entscheiden.

HB/mm FRANKFURT/M. In seinem Brief stelle Schröder vor allem die Kontakte des Instituts zu europäischen Investoren und ihre Rolle bei der Privatisierung von Staatsunternehmen heraus. Während angelsächsische Investmentbanken verwundert auf den Vorstoß des Kanzlers reagierten, freuen sich andere Frankfurter Geldhäuser über das Engagement. Ein Sprecher der Bundesregierung wollte das Thema nicht kommentieren. Auch die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.

Der Börsengang des drittgrößten Kreditinstituts Chinas könnte den beteiligten Banken nach Expertenschätzungen Honorare von bis zu 175 Mill. $ einbringen. China will in den kommenden zehn Jahren noch einmal rund 50 Mrd. Aktien staatlicher Unternehmen an die Börse bringen. In den vergangenen Jahren hatte die Platzierung von 60 Mrd. Aktien bereits Honorare von mehr als 2 Mrd. Euro in die Kassen der Investmentbanken gespült.

Beim Kampf um das lukrative China-Construction-Mandat hat es die Deutsche Bank vor allem mit US-Konkurrenten wie JP Morgan Chase, Morgan Stanley oder der Citigroup zu tun. Morgan Stanley könnte dabei federführend sein, weil die Bank schon 1996 das Joint Venture der China Construction mit der China International Capital Corp im Investmentbanking eingefädelt hatte, hieß es am Mittwoch in Bankenkreisen weiter.

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