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15.01.2014

21:48 Uhr

Auf Renditejagd

Anleger lieben Hochzinsanleihen

Hochzinsanleihen haben Hochkonjunktur. Auf der Jagd nach Rendite greifen Anleger bei Bonds kreditschwächerer Unternehmen zu. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Auch weil Banken ungern Kredite vergeben.

Ein Mann springt über eine Kluft. Anleihen mit höherer Rendite bergen auch ein höheres Ausfallrisiko. Der Anleger kann im schlimmsten Fall leer ausgehen. Reuters

Ein Mann springt über eine Kluft. Anleihen mit höherer Rendite bergen auch ein höheres Ausfallrisiko. Der Anleger kann im schlimmsten Fall leer ausgehen.

FrankfurtDie Jagd nach Rendite treibt immer mehr Bond-Anleger ins Risiko: Euro-Anleihen von Unternehmen mit schwächerer Kreditqualität gingen 2013 weg wie warme Semmeln. Finanzprofis sind überzeugt: Auch in diesem Jahr dürfte das Interesse an den höher verzinsten Papieren (High Yield) groß bleiben. „High-Yield-Bonds gehören zu den wenigen Anlagen, die im derzeitigen Niedrigzinsumfeld noch Rendite bringen,“ sagt Tim Dowling, Portfoliomanager bei ING.

Zwar wachsen auch die Gewinne im Hochzins-Segment nicht mehr in den Himmel, doch sie liegen noch immer höher als bei Bundesanleihen oder Unternehmensbonds besserer Bonität (Investment Grade). Laut einer Statistik der LBBW kommen Anleger 2013 bei High Yield Bonds auf einen Gesamtertrag (Total Return) von 10,1 Prozent – bei Investment-Grade-Papieren sind es nur 1,8 Prozent.

Anlagetipps: So vermeiden Sie Pleiten

1. Streuen

Streuen Sie Geldanlagen breit, packen Sie nie mehr als ein Drittel der Anlagesumme in ein Einzelinvestment.

2. Vorsicht vor Krediten

Verkauft der Anbieter einer Immobilie oder eines Finanzprodukts den Kredit gleich mit, sollte vorher ein Anwalt das Angebot prüfen.

3. Weitere Meinungen

Ziehen Sie eine weitere Meinung von einem Profi hinzu, den Sie beauftragen.

4. Lesen Sie Verträge

Lesen Sie Verträge. Nur das gilt, nicht das, was Vermittler im Gespräch erzählen.

5. Risiko

Präsentiert der Verkäufer Rechenbeispiele, in denen sich die Anlage von selbst finanziert, lassen Sie die Finger davon. Wer viel verdienen will, trägt viel Risiko.

6. Vor Ort prüfen

Bevor Sie sich an Immobilien beteiligen, prüfen Sie vor Ort, wie sie vermietet sind

7. Baulicher Zustand

Besichtigen Sie Immobilien und lassen Sie den baulichen Zustand begutachten.

8. Spezialisierter Anwalt

Fragen Sie im Zweifel einen spezialisierten Anwalt. Ein Steuerberater bestätigt, dass der Steuervorteil greift, ein Anwalt kennt die Fallstricke der Anlage.

9. Vorausschau

Schauen Sie zuerst auf das Risiko und dann auf die mögliche Rendite. Legen Sie fest, wann Sie Ihr Geld wieder benötigen.

10. Kein Zeitdruck

Lassen Sie sich eine Chance entgehen, statt unter Zeitdruck zu unterschreiben.

11. Produkte, die Sie verstehen

Kaufen Sie nur Produkte, die Sie verstehen. Das klingt banal, passiert aber viel zu selten.

12. Beratungsprotokoll

Lassen Sie sich immer das Beratungsprotokoll aushändigen. Prüfen Sie, ob der Inhalt stimmt.

13. Schriftliche Bestätigung

Sagt der Berater, ein Produkt sei sicher, verlangen Sie die schriftliche Bestätigung der Aussage. Gibt er sie nicht, lassen Sie die Finger vom Geschäft.

14. Prospekte

Lassen Sie sich den Prospekt aushändigen, und lesen Sie ihn vor Unterzeichnung des Vertrages gründlich. Suchen Sie im Prospekt nach Risikohinweisen.

15. Keine Telefonangebote

Legen Sie auf, wenn Sie unverlangt ein Angebot per Telefon bekommen.

Das Emissionsvolumen von High Yields kletterte der LBBW zufolge 2013 um rund 55 Prozent auf 51,59 Milliarden Euro. Sie machten damit fast 20 Prozent des gesamten Anleiheuniversums aus, im Vorjahr waren es nur 13 Prozent.

Höheres Risiko wird in Kauf genommen

Allerdings ist im High-Yield-Segment nicht alles Gold, was glänzt: „Wer in Hochzinsanleihen investiert, muss sich darüber im Klaren sein, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit immer höher sein wird als bei Investment-Grade-Bonds, weil die Kreditwürdigkeit der Unternehmen nun einmal schlechter ist“, sagt Sjors Haverkamp, Portfoliomanager bei ING. Inzwischen sei das Risiko jedoch kalkulierbarer geworden.

„Viele Unternehmen haben aus der Finanz- und Wirtschaftskrise gelernt, ihre Bilanzen auf Vordermann gebracht und den Verschuldungsgrad zurückgeschraubt.“ Dadurch sei auch die Wahrscheinlichkeit, dass Firmen im Hochzins-Bereich ihre Bonds nicht zurückzahlen können, deutlich zurückgegangen. Die Experten der Ratingagentur S&P erwarten in diesem Jahr eine Ausfallrate von rund sechs Prozent - im Krisenjahr 2009 waren es zeitweise noch 14,7 Prozent.

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