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17.09.2012

11:29 Uhr

Aufsteiger

Linde und MAN kommen in Nachhaltigkeitsindex

VonSusanne Bergius

Mit Linde und MAN schaffen gleich zwei Münchner Unternehmen den Sprung in den Dow Jones Sustainability Index. Dafür müssen die Deutsche Post und Metro ihren Platz räumen.

Auch der Lkw-Bauer MAN ist im Dow Jones Sustainability Index World aufgenommen. dpa

Auch der Lkw-Bauer MAN ist im Dow Jones Sustainability Index World aufgenommen.

BerlinZwei Münchener Unternehmen haben den Aufstieg in den wichtigen Dow Jones Sustainability Index World (DJSI) geschafft: Zum 24. September werden die Aktien des Industriegasekonzerns Linde sowie die des Lkw-Bauers MAN in den Index aufgenommen, wie das Handelsblatt am Wochenende von der Züricher Investmentboutique SAM erfuhr, die für die Zusammenstellung der Indexfamilie zuständig ist.

Das Kursbarometer gilt unter Unternehmen und Investoren als Gütesiegel für Nachhaltigkeitsleistungen. Für die beiden Neuzugänge müssen die Deutsche Post und Metro ihren Platz räumen. Damit bleibt das Gewicht Deutschlands, das lange schmolz, diesmal unverändert. Der Weltindex besteht aus 340 Titeln. Von diesen werden dieses Jahr 41 ersetzt, darunter der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline, International Business Machines und United Technologies. Microsoft, Canadian National Railway und Target sind die größten Neuzugänge.

In dem europäischen DJSI Europaindex sinkt dagegen das Gewicht Deutschlands: Zwar steigen ebenfalls Linde und MAN auf, doch es werden neben der Deutschen Post auch Eon und RWE sowie Thyssen-Krupp aus dem Index genommen, wie das Handelsblatt erfuhr. Ende der Woche hatten Dow Jones und SAM bekanntgegeben, dass Siemens ab nächster Woche in den erlesenen Kreis der 19 „Supersector Leader“ aufrückt. Zu diesen Werten zählt auch BMW. Der Autohersteller ist als einziges Unternehmen seiner Branche seit 14 Jahren ununterbrochen im Weltindex.

Die Veränderungen beeinflussen Entscheidungen von Vermögensverwaltern und Banken in 15 Ländern, die auf Basis der Indexfamilie rund sechs Milliarden Dollar in 55 Finanzprodukten wie Publikumsfonds, Einzelmandate, Indexfonds (Exchange-Traded Funds/ ETFs) und strukturierte Produkte verwalten. Bei der jährlichen Beurteilung für den Index analysieren die Analysten von SAM ökologische, soziale und ökonomische Kriterien. Sie überprüfen etwa die Qualität der Unternehmensführung und -kontrolle (Corporate Governance), den Umgang mit natürlichen Ressourcen und dem Klima oder die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern in Entwicklungsländern.
Für viele Konzerne ist die Notierung in einem der Indizes ein Ziel, das sie anstreben. Denn die Mitgliedschaft verschafft ihnen zum einen neue, zum anderen aber auch sehr treue und langfristig orientierte Anleger. Manche Konzerne wie etwa der niederländische Chemiekonzern Akzo Nobel richten sogar ihre Managervergütungen nach der SAM-Bewertung aus.

Gleichwohl gerät der Index aber auch immer wieder in die Kritik, weil er Unternehmen aller Branchen aufnimmt, anders als etwa der FTSE4Good. Diese Indexfamilie schließt Firmen aus, die Tabakwaren oder Waffensysteme produzieren, Atomkraftwerke besitzen oder betreiben oder am Bau von Atomwaffen teilhaben.

Die SAM-Analysten wählen hingegen nach dem „Best-in-Class-Prinzip“ aus allen 58 Branchen die Unternehmen mit den jeweils besten öko-sozialen und wirtschaftlichen Leistungen. In den Weltindex kommen die besten zehn Prozent aller Branchen, folglich auch Tabak- oder Rüstungskonzerne. Doch der Dow Jones gibt für den DJSI Weltindex die Branchenbildung vor, daran muss sich SAM wegen der besseren Vergleichbarkeit mit dem konventionellen Index halten.

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