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05.02.2015

11:28 Uhr

Auftrieb für Bundesanleihen

EZB-Ablehnung griechischer Bonds stärkt deutsche Papiere

Die EZB hat den griechischen Plänen, das Spardiktat der EU schnell abzuschütteln, eine Absage erteilt. Das schwächt Hellas-Papiere, aber auch Bonds anderer kriselnder Staaten. Die Anleger fliehen in deutsche Papiere.

Sie schickt etliche Anleihen von südeuropäischen Staaten auf Talfahrt und befördert die ohnehin große Nachfrage nach Bundesanleihen: Die EZB in Frankfurt. dpa

Sie schickt etliche Anleihen von südeuropäischen Staaten auf Talfahrt und befördert die ohnehin große Nachfrage nach Bundesanleihen: Die EZB in Frankfurt.

FrankfurtDie Verschärfung der Finanzierungsbedingungen für griechische Banken durch die EZB hat am Donnerstag die Anleger in Bundesanleihen getrieben. Im Gegenzug gerieten nicht nur die griechischen, sondern auch die spanischen und italienischen Staatsanleihen unter Druck. Die Entscheidung der EZB so kurz nach dem Treffen von Finanzminister Yanis Varoufakis mit EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch habe eine starke Signalwirkung, erklärte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. „So, wie Griechenlands Regierung es vorhat, läuft es mit der EZB nicht.“ Dies veranlasste Händlern zufolge viele Anleger auf Nummer sicher zu gehen und ihre Bestände an südeuropäischen Staatspapieren zugunsten der Bundesanleihen etwas zu begrenzen.

Die zehnjährige Bundesanleihe kletterte um bis zu 36 Ticks auf 101,66 Punkte, was im Gegenzug die Rendite auf 0,331 Prozent von 0,368 Prozent am Vorabend drückte. Damit näherte sich die Verzinsung wieder ihrem im Januar erreichten Rekordtief von knapp unter 0,3 Prozent an. Auch Bundespapiere mit kürzeren Laufzeiten warfen durchweg weniger ab, wobei die zwei und fünfjährigen Anleihen bereits im negativen Bereich liegen. Zeitweise rentierte die zweijährige Bundesanleihe schon unter dem Einlagezins der EZB von minus 0,20 Prozent.

Ausstehende Staatsanleihen ausgewählter Euro-Staaten

Italien

Volumen: 2280 Milliarden Euro, Anteil an Euro-Zone gesamt (inklusive Luxemburg, Malta und Estland): 25,3 Prozent
(Quelle: Bloomberg)

Frankreich

1935 Milliarden Euro, 21,5 Prozent der Euro-Zone

Deutschland

1365 Milliarden Euro, 15,2 Prozent der Euro-Zone

Spanien

1192 Milliarden Euro, 13,2 Prozent der Euro-Zone

Belgien

465 Milliarden Euro, 5,2 Prozent der Euro-Zone

Niederlande

439 Milliarden Euro, 4,9 Prozent der Euro-Zone

Griechenland

331 Milliarden Euro, 3,7 Prozent der Euro-Zone

Österreich

272 Milliarden Euro, 3,0 Prozent der Euro-Zone

Irland

239 Milliarden Euro, 2,7 Prozent der Euro-Zone

Portugal

230 Milliarden Euro, 2,6 Prozent der Euro-Zone

Finnland

115 Milliarden Euro, 1,3 Prozent der Euro-Zone

Slowakei

45 Milliarden Euro, 0,5 Prozent der Euro-Zone

Slowenien

39 Milliarden Euro, 0,4 Prozent der Euro-Zone

Zypern

18 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Litauen

17 Milliarden Euro, 0,2 Prozent der Euro-Zone

Zugleich zogen die Renditen der spanischen und italienischen Pendants an: Spanische zehnjährige Anleihen rentieren derzeit bei 1,47 Prozent, italienische bei 1,58 Prozent. Damit liegen sie freilich weit unter der Verzinsung der griechischen Anleihen, die am Donnerstag auf 11,09 von 10,02 Prozent kletterte.

Von

rtr

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