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03.01.2008

14:33 Uhr

Aufwärtsimpuls

Gold stößt in unbekannte Höhen vor

VonRainer Sartoris

Eine Frage der Zeit: Der Goldpreis ist gestern auf rund 858 Dollar je Feinunze gestiegen. Damit ist das Edelmetall so teuer wie nie zuvor. Nach markanten Zuwächsen in der zweiten Jahreshälfte 2007 gönnte sich Gold zum Jahreswechsel nur eine kurze Ruhepause. Mit Blick auf die charttechnische Konstellation können weitere Zuwächse erwartet werden.

Alles was glänz, ist Gold. Foto: Reuters

Alles was glänz, ist Gold. Foto: Reuters

DÜSSELDORF. Der Grundstein für den Aufwärtsimpuls wurde Ende August/Anfang September durch den Ausbruch aus einer seit dem zweiten Quartal 2006 anhaltenden Dreiecksformation gelegt. Aus der Formation lässt sich ein mittelfristiges Kursziel von 880 US-Dollar ableiten. Im Rahmen der Aufwärtsbewegung stieß Gold im November bis auf 846 Dollar je Unze vor. Der Sprung über das Hoch vom Januar 1980 bei 850 Dollar gelang aber erst jetzt.

Die Ruhepause hat sich in einer abwärtsgerichteten Flagge vollzogen, deren obere Begrenzung nach oben verlassen wurde. Bei einer Flagge handelt sich im Regelfall um eine trendbestätigende Formation, so dass sich der übergeordnete Aufwärtstrend fortsetzen sollte. Damit war der Angriff auf den aus dem Januarhoch von 1980 resultierenden Widerstandsbereich eine Frage der Zeit. Mit dem Sprung über die Hürde ist der Vorstoß in "unchartered territory" gelungen, d. h. der Goldpreis hat sich noch nie in diesem Bereich bewegt. Sinnvolle Anlaufsmarken lassen sich auf der Oberseite nur noch schwer ausmachen. Die nächste potenzielle Marke ist die Parallele zum seit Mitte August existierenden Aufwärtstrend, die bei 920 Dollar liegt.

Um den Ausblick einzutrüben, müsste der Preis unter das Tief vom 20. November bei 773 Dollar abgleiten. In diesem Fall müsste sogar ein Rückschlag in den Bereich der bei 712 Dollar verlaufenden 200-Tages-Linie einkalkuliert werden. Vor einem Test dieses Tiefs schützt der seit Mitte 2006 anhaltenden Aufwärtstrend bei 806 Dollar.

Von Seiten der technischen Indikatoren spricht wenig gegen einen weiteren Vorstoß des Goldpreises. Im Rahmen der jüngsten Seitwärtsbewegung haben sich Überhitzungserscheinungen reduziert, so dass aus dieser Sicht die Börsenampel wieder auf "Grün" gesprungen ist.

Der Autor Rainer Sartoris ist Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

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