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13.07.2013

16:33 Uhr

Ausblick auf die Woche

Ben Bernanke bewegt den Dax

Fed, Fed und nochmal Fed. Nicht die Zahlen, sondern die Notenbank gibt an den Börsen den Ton an. In der kommenden Woche könnte der Dax wieder auf Rekordjagd gehen – vorausgesetzt Ben Bernanke findet die richtigen Worte.

Händler in Frankfurt in freudiger Erwartung: In der kommenden Woche könnte der Dax wieder auf Rekordjagd gehen. AFP

Händler in Frankfurt in freudiger Erwartung: In der kommenden Woche könnte der Dax wieder auf Rekordjagd gehen.

FrankfurtDas Bekenntnis von Fed und EZB zu einer lockeren Geldpolitik könnte den Aktienmärkten auch in der neuen Woche Auftrieb geben. Einige Analysten sehen Dax und Dow Jones bereits in Richtung neuer Rekordhochs marschieren.

Der Dow hatte dies - zumindest auf Schlusskursbasis - bereits am Donnerstag geschafft. Der deutsche Leitindex gewann in den vergangenen Tagen rund 5,5 Prozent. Das ist das größte Wochenplus seit eineinhalb Jahren. Mit rund 8220 Punkten ist er aber noch gut vier Prozent oder 350 Zähler von einer neuen Bestmarke entfernt.

Mit Spannung warten Anleger auf den halbjährlichen Auftritt des US-Notenbankchefs Ben Bernanke vor dem US-Kongress am Mittwoch und Donnerstag. "Dabei muss er einen verbalen Spagat wagen", sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Auf der einen Seite wolle die Fed einen allzu starken Kursrückgang am Aktienmarkt verhindern, weil die Entwicklung an der Wall Street direkten Einfluss auf das US-Konsumverhalten habe. Die Notenbank habe auf der anderen Seite aber auch kein Interesse, die Kurse weiter anzufeuern. "Er wird sicher auf die Euphorie-Bremse treten." Bernanke hatte Mittwochabend betont, dass die von einigen Anlegern bereits für September erwartete Straffung der geldpolitischen Zügel alles andere als ausgemacht sei.

Die durch diese Aussagen ausgelöste Talfahrt des Dollar ist nach Einschätzung der Analysten der Landesbank Berlin (LBB) aber nur vorübergehend. Sie sagen einen Rückgang des Euro von derzeit gut 1,30 Dollar auf 1,26 Dollar voraus. Andere Börsianer sehen das ähnlich. Schließlich werde die Fed von einer Drosselung ihrer Wertpapierkäufe, mit denen sie aktuell monatlich etwa 85 Milliarden Dollar in die Finanzmärkte pumpt, nur dann längerfristig absehen, wenn die US-Konjunktur einbricht.

Je nach dem was Bernanke auf der Halbjahreskonferenz sagen wird, könnte es auch beim Gold zu neuen Kursausschlägen kommen. Die einstige Krisenwährung, die mittlerweile selbst in die Krise geschlittert ist, konnte in der vergangenen Woche zusammen mit den Börsen steigen. Um rund vier Prozent verteuerte sich eine Feinunze Gold. Doch sollte der Fed-Chef, wie von NordLB-Analyst Tobias Basse angenommen, die aufgekommene Euphorie um die Liquiditätsrally ausbremsen, dürfte der Goldpreis wieder zurückfallen.

Kommentare (4)

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Ludwig500

13.07.2013, 17:58 Uhr

Ach, Vorturner Ben schon wieder. Der Messias des leistungslosen Maximaleinkommens bittet zum Montagsgebet. Und alle werden sie ihm huldigen. Na ja, fast alle, manche müssen leider so uncoole Sachen machen wie arbeiten.

Und nächste Woche heisst es dann wieder:

Mario macht Märkte froh
Euroretter ebenso

realist

14.07.2013, 09:50 Uhr

........das Spieler-Paradies ist eröffnet. Treten Sie ein, meine Damen und Herren!!!!! Man öffne sein Konto überweise und setze auf Sieg. Wenn überhaupt, dann jetzt. Ist doch alles so toll. Die Fakten liegen auf der Hand. Man tue, man mache, man gewinne. Verluste? Die gibt es nicht. Also, warum fragen Sie noch?
So kommt es mir im Moment vor. Und so soll es weiter gehen, weiter hinauf, in ungeahnte Höhen. Glauben die Auguren. Und keiner denkt an die Schallmauer 8000, wenn die überhaupt noch gilt. Eher weit darunter. Wir werden die Abrechnung auf dem Lohnzettel sehen. Es dauert nicht mehr lange. Hier geht es nicht um Recht haben wollen oder nicht. Hier geht es um eine gefährliche Entwicklung, bei der am Ende der Verlust des Kapitals steht. Aber Sie alle glauben nicht. Sie wollen und müssen die Blutung sehen. Erst dann setzt die Ernüchterung ein. Aber dann ist es zu spät....................

Neuroeconomist

14.07.2013, 11:09 Uhr

Soviel Pessimismus und Negativität macht einsam, lieber realist.

Wahrnehmungsverzerrung funktioniert psychologisch nachgewiesen in beide Richtungen - positiv wie negativ.

Und wenn Sie ganz ehrlich sind, sich vor dem Spiegel in die Augen gucken, dann müssen Sie zugeben, dass Sie genauso wenig Ahnung von der Zukunft haben wie jeder andere auch. Da ist eher Ihr Wunsch Recht zu haben langsam so groß (von was auch immer getrieben), dass Sie Gefahr laufen sich selbst etwas vorzumachen.

Und selbst wenn der Dax auf 6000 fällt. So what? Life is bright and full of opportunities. Und es gibt weit aus Wichtigeres als dieses zusammenmanipulierte Aktienbarometer.

Tun Sie sich mal etwas Gutes und lassen Ihren Körper ein paar Endorphine produzieren - was bei Ihnen auch immer dazu führt.

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