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12.03.2006

19:58 Uhr

Ausblick

US-Anleger schauen auf die Zinsen

Die Anleger an der Wall Street werden sich in dieser Woche nach Einschätzung von Marktteilnehmern auf das Thema Zinsen konzentrieren. Dabei stehen sowohl die Entwicklung der Marktzinsen als auch Hinweise auf die künftige Marschroute bei den Leitzinsen im Mittelpunkt.

Aktienhändler an der Wall Street. Foto: dpa

Aktienhändler an der Wall Street. Foto: dpa

HB NEW YORK. Die Blicke richten sich auf die Renditen der US-Staatsanleihen, Reden von fünf Vertretern der Notenbank Fed und auf Konjunkturdaten. Bei der Fed befürchten die Anleger, dass der Zyklus von Zinserhöhungen länger dauern wird als ursprünglich angenommen.

"Die Investoren bleiben auf der Hut. Sie halten sich zurück, warten auf die Fed", sagt Marktstratege Fred Dickson von D.A. Davidson & Co. Zwar gebe es noch Käufer am Markt, diese legten ihr Geld aber äußerst selektiv an. Die Berichtssaison neigt sich dagegen dem Ende zu und dürfte nur noch wenige Impulse liefern. Die Investmentbanken Goldman Sachs, Lehman Brothers und Bear Stearns werden Zahlen vorlegen.

In der vergangenen Woche legte der Dow Jones 0,5 Prozent zu, während der S&P 0,4 Prozent und die Nasdaq 1,8 Prozent abgaben. Der Dow kletterte am Freitag um knapp ein Prozent und profitierte dabei von einem überraschend starken Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen im Februar - 243 000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft.

Anleger am Aktienmarkt lasen aus der Zahl heraus, dass die größte Volkswirtschaft der Welt auch angesichts steigender Kosten für die Geldbeschaffung, also steigender Leitzinsen, weiter wachsen kann. Am Anleihenmarkt löste ein jährlicher Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne um 3,5 Prozent allerdings Kursrückgänge - und damit steigende Renditen - aus. Dies war der höchste Anstieg der Stundenlöhne seit September 2001 und wurde als Warnsignal für ein Anziehen der Inflation gewertet. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe kletterte am Freitag auf 4,76 Prozent. Im Wochenverlauf erreichte sie mit 4,81 Prozent ihre höchste Rendite seit fast zwei Jahren.

Zurückhaltung am Aktienmarkt dürfte auch die Sorge um die Ölpreise bewirken. "Die Entwicklungen beim Iran, Venezuela und Nigeria sind Felder, die sehr sorgfältig beobachtet werden", sagt Philip Orlando von Federated Investors. Der Konflikt über das iranische Atomprogramm dürfte Anfang der Woche im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) behandelt werden.

In der neuen Woche wird mit Spannung die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes für Februar am Dienstag erwartet. Hiervon versprechen sich Analysten neue Erkenntnisse zur Inflation und damit zu künftigen Zinsschritten der Fed. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte rechnen im Schnitt mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 0,1 Prozent nach plus 0,7 Prozent im Januar. Die Kernrate - ohne schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel und Energie - wird wie im Vormonat bei plus 0,2 Prozent erwartet.

Ebenfalls am Dienstag richten sich die Blicke auf die Umsätze des US-Einzelhandels im Februar, die Aufschluss über das Konsumverhalten geben. Hier gehen Volkswirte im Schnitt von einem Rückgang um 0,8 Prozent aus, nachdem der Einzelhandel im Januar 2,3 Prozent mehr umgesetzt hat.

Dass die Fed ihren derzeit bei 4,5 Prozent liegenden Schlüsselzins weiter anheben wird, gilt als ausgemacht, aber Analysten sind sich über das Ausmaß der weiteren geldpolitischen Straffung uneins. Bei einer Reuters-Umfrage vom Freitag sagten alle befragten Experten eine Zinserhöhung in diesem Monat und die meisten auch eine weitere im Mai voraus.

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