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04.05.2013

18:09 Uhr

Ausblick Wall Street

Geldflut dürfte Börsen weiter beflügeln

Notenbank sei Dank: Angetrieben von der lockeren Geldpolitik der Währungshüter sind neue Rekordstände von Dax und Dow nicht ausgeschlossen. Doch das Rückschlagspotenzial wird größer.

Die Leitzinssenkung der EZB beflügelte Anleger. dpa

Die Leitzinssenkung der EZB beflügelte Anleger.

Frankfurt/New YorkDie Aktienmärkte werden auch in der neuen Woche auf der Welle billigen Notenbank-Geldes reiten. Neue Rekordpegel bei Dax und Dow Jones halten Analysten nicht für ausgeschlossen, auch wenn sich bislang kein Konjunkturaufschwung abzeichnet. Einen Schub erhielten die Kurs-Optimisten in der abgelaufenen Woche von starken US-Arbeitsmarktdaten und der Europäischen Zentralbank (EZB), die den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent senkte. Der Dax schloss am Freitag zwei Prozent fester bei 8122 Punkten. Zu einem neuen Höchststand fehlten ihm knapp 30 Stellen. Der bisherige wurde im Juli 2007 erreicht. Aktienstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co warnt allerdings, das Rückschlagspotenzial dürfte insgesamt größer werden. "Das könnte den Investoren in der neuen Woche bewusster werden, nachdem der Aktienmarkt bislang viel Positives eingepreist hat", sagte Rahn.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Viel Geld stellt auch die US-Notenbank Fed bereit, die zuletzt angekündigt hatte, ihr Anleihenkaufprogramm von 85 Milliarden Dollar pro Monat fortzusetzen. In New York knackte der Standardwerteindex Dow Jones am Freitag zwischenzeitlich die Marke von 15.000 Punkten und kletterte ebenso wie der breit gefasste S&P 500 auf ein neues Rekordhoch. Angetrieben wurde die Wall Street von einem starken US-Jobbericht.

Von Montag bis Freitag stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm, die den Anlegern die Kauflaune verderben könnten: In Deutschland werden am Dienstag Zahlen zu den Industrie-Aufträgen im März veröffentlicht, am Mittwoch folgt die Industrieproduktion für denselben Monat. Zuletzt hatte auch Deutschland als Wachstumsmotor der Euro-Zone geschwächelt.

Auf Unternehmensseite stehen den Investoren vor allem am Dienstag und Mittwoch stürmische Zeiten bevor. Zuvor bereits legt am Montag Linde die Bilanz für das erste Quartal vor. Am Dienstag präsentieren dann Commerzbank und die Münchener Rück ihre Ergebnisse. Spannend dürfte am gleichen Tag die Hauptversammlung von Hochtief sein, auf der sich erstmals der neue, vom spanischen Mehrheitsaktionär ACS entsandte Vorstandschef Marcelino Fernandez Verdes den Aktionären präsentieren wird. Ebenfalls am Dienstag geben an der Wall Street die Unterhaltungskonzerne Walt Disney und Electronic Arts ihre Zahlenwerke zum Besten.

Kommentare (23)

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Account gelöscht!

04.05.2013, 18:23 Uhr

Einfach nut krank dieses ganze Treiben. Mit Wirtschaft hat dies schon lange nichts mehr zu tun! Komme mir langsam vor wie in einer riesigen Klappse, in der ich einer der wenigen Menschen mit klarem Sachverstand bin.

Account gelöscht!

04.05.2013, 18:30 Uhr

Das glauben alle ;-)

Interessanterweise ist die Intelligenz die einzige Gabe auf der Welt, bei der jeder glaubt, dass er nicht zu kurz gekommen wäre.

Smoerf

04.05.2013, 18:53 Uhr

Bis in den späten 90igern war der Zusammenhang zwischen Aktienmärkten und realwirtschaftlichen Entwicklungen ziemlich eindeutig. Mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf von bis zu sechs Monaten antizipierten die Aktienmärkte real-wirtschaftliche Entwicklungen. Die meisten, jedoch nicht alle, der aktuellen realwirtschaftlichen Performanceindikatoren für z.B. die USA, Japan und Europa sind derzeit alles andere als auf einem „Höhenflug“, vielmehr ist das genaue Gegenteil richtig. Einen Zusammenhang zwischen den derzeitigen Börsenkursen und der zu erwartenden realwirtschaftlichen Entwicklung in den oben genannten Ländern/Regionen, vermag ich nicht zu erkennen. Möglicherweise hilft der Glaube daran noch weiter.

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