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30.01.2008

09:54 Uhr

Ausfallquoten dürften weiter steigen

Junkbonds deuten auf Rezession in USA hin

Die hochverzinslichen Anleihen in den USA haben den schlechtesten Jahresstart seit 1990 hinter sich. Außerdem steigt der Renditeabstand zu Staatspapieren drastisch an. Und es gibt gute Gründe, warum es noch schlimmer werden dürfte.

Bloomberg. NEW YORK. Geht man nach dem Markt für hochverzinsliche Anleihen, ist eine Rezession in den USA nicht mehr weit. Die Junkbonds haben den schlechtesten Jahresstart seit 1990 hingelegt, der hohe Anteil der Junkbond-Emittenten bei US-Unternehmensanleihen dürfte es noch schlimmer werden lassen. Seit Jahresanfang haben die Hochzinsanleihen 1,8 Prozent eingebüßt, das entspricht einem Verlust von 17 Mrd. Dollar, zeigen Indexdaten von Merrill Lynch & Co.

Der Renditeabstand zu Treasuries stieg im Gegenzug so stark wie seit elf Jahren nicht mehr. Und 2007 haben die Emittenten mit Rating auf „Ramsch“-Niveau mit 51 Prozent aller Emittenten von Unternehmensanleihen erstmals die Mehrheit gestellt, berichtet Standard & Poor's. 1992 lag ihr Anteil noch bei 28 Prozent. Das lässt nichts Gutes für die Ausfallquoten erwarten. Die UBS sieht die Zahlungsausfälle in diesem Jahr bereits bei über acht Prozent, das wäre der höchste Stand seit 2002, als der Zusammenbruch des Energiehändlers Enron Corp. die Märkte durcheinander wirbelte.

Der Renditeaufschlag, den Investoren bei Junkbonds gegenüber Staatsanleihen verlangen, dürfte im Fall einer Rezession auf durchschnittlich mindestens zehn Prozentpunkte steigen, schätzen Experten. Derzeit liegt er bei rund sieben Prozentpunkten, im Juni betrug er gerade einmal 2,41 Prozentpunkte. Sollte eine Rezession acht Monate anhalten, wie zuletzt 1990, dürfte das die Renditeprämien auf bis zu 16 Prozentpunkte treiben, heißt es.

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