Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.08.2011

12:42 Uhr

Ausfallversicherungen

Investoren wetten gegen Frankreich und Deutschland

VonJörg Hackhausen

Die USA sind raus. Jetzt zählen nur noch 18 Mitglieder zum erlesenen Triple-A-Club. Die Investoren spekulieren bereits: Wer fliegt als nächstes? Daran ist auch die EZB nicht unschuldig.

Die Ausfallversicherung für Frankreich ist heute doppelt so teuer wie vor wenigen Wochen. Quelle: dapd

Die Ausfallversicherung für Frankreich ist heute doppelt so teuer wie vor wenigen Wochen.

DüsseldorfDie Bundesrepublik gehört dazu, Großbritannien, Luxemburg, auch die Isle of Man. Sie sind Mitglieder im Club der Staaten, deren Bonität die Ratingagenturen mit der Bestnote "AAA" einschätzen. Doch Investoren wetten bereits darauf, wer der schwächste im Club ist und wer sein Top-Rating verlieren wird. Ein Blick auf die Anleiherenditen und Ausfallversicherungen verrät, wen sie sich ausgesucht haben: Frankreich. Manche Beobachter halten sogar Deutschland für gefährdet.

Nach der Herunterstufung der USA rücke „Kern-Europa“ in den Kreis möglicher Abstiegskandidaten, schrieben die Analysten von Brown Brothers Harriman. Frankreich stehe bereits an der Schwelle zur Herabstufung und der Druck wachse.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

+3,3 Prozent

SMI (Schweiz)

+5,0 Prozent

CAC 40 (Frankreich)

+2,9 Prozent

FTSE 100 (Großbritannien)

+/- 0 Prozent

ASE (Griechenland)

+0,3 Prozent

Ibex 35 (Spanien)

+3,6 Prozent

MIB (Italien)

-1,0 Prozent

Eurostoxx 50

+2,9 Prozent

Dow Jones

+2,6 Prozent

Nasdaq

+3,3 Prozent

S&P 500

+2,9 Prozent

Nikkei

-0,6 Prozent

CSI 300 (China)

+1,5 Prozent

Gold

-1,9 Prozent

Silber

-0,6 Prozent

Öl (Brent)

+1,5 Prozent

Dollar

1 Euro = 1,422 Dollar / +0,5 Prozent

CDS Deutschland

+85 Basispunkte

CDS USA

+54 Basispunkte

CDS Frankreich

+ 174 Basispunkte

Bundesanleihen (10 Jahre)

+/- 0 Basispunkte

US-Staatsanleihen (10 Jahre)

+5 Basispunkte

Griechische Staatsanleihen (10 Jahre)

+8 Basispunkte

Spanische Staatsanleihen (10 Jahre)

-5 Basispunkte

Italienische Staatsanleihen (10 Jahre)

-6 Basispunkte

Die Preise der sogenannten Credit Default Swaps (CDS), also die Versicherungsprämie gegen den Ausfall von Anleihen, sind im Falle Frankreichs in den vergangenen Tagen auf 161 Basispunkte gestiegen. Anders ausgedrückt: Wer eine Summe von zehn Millionen Dollar für fünf Jahre absichern will, muss dafür jährlich eine Prämie von 161.000 Dollar bezahlen.

Das ist mehr als Anleger für eine Ausfallversicherung von Kolumbien, Malaysia oder Mexiko zahlen müssen. Und es ist deutlich mehr als noch vor wenigen Wochen. Im Juni war die Ausfallversicherung halb so teuer.

Daran ist die Europäische Zentralbank (EZB) nicht ganz unschuldig. EZB-Präsident Jean Claude Trichet kündigte Anfang der Woche an, die Notenbank werde Anleihen aus Italien und Spanien auf dem Sekundärmarkt ankaufen, um diese hochverschuldeten Länder zu stützen. Daraufhin sind nicht nur die Renditen für italienische und spanische Anleihen gesunken, sondern auch die CDS-Prämien. 

Kommentare (34)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

10.08.2011, 13:05 Uhr

Investoren investieren, wetten tun Zocker und Spekulanten.

Account gelöscht!

10.08.2011, 13:08 Uhr

Kennt jemand hier im Forum die Software die auf dem Bild im Artikel zusehen ist?

falko

10.08.2011, 13:22 Uhr

"...muss dafür jährlich eine Prämie von 161.000 Euro bezahlen."

Da ist Ihnen wohl ein Rechenfehler unterlaufen. So wäre es ja kein gutes Investment.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×