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27.03.2013

23:50 Uhr

Ausstiegsrisiko

Moody's senkt Währungsrating für Zypern

An seiner Bewertung von Zyperns Bonität hält Moody's bisher fest. Doch aus Sorge vor einem Euroaustritt des Landes hat die Ratingagentur das „Country Ceiling“ gesenkt - von der Bestnote auf eine der schlechtesten.

Wieder geöffnet

Andrang vor Zyperns Banken

Wieder geöffnet: Andrang vor Zyperns Banken

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FrankfurtWegen der Gefahr eines Austritts von Zypern aus der Eurozone hat die Ratingagentur Moody's das sogenannte Währungsrating des Landes drastisch gesenkt. Das sogenannte „Country Ceiling“ werde von der Bestnote „AAA“ auf „Caa2“ reduziert, teilte Moody's am Mittwoch in London mit.

Das Country Ceiling oder auch Konvertierungsrating ist ein Maß für das Risiko, dass ein in dem Land ansässiges Unternehmen seine auf Fremdwährung lautenden Verbindlichkeiten aufgrund von Kapitalverkehrsbeschränkungen nicht bedienen kann. Im Normalfall haben alle Länder der Eurozone als Währungsrating ein „AAA“.

„Caa2“ ist hingegen eine der schlechtesten Noten bei Moody's. Das klassische Länderrating, dass sich auf die Bonität des Landes bezieht, ist von dem Schritt nicht betroffen und liegt weiter bei „Caa3“ mit einem negativem Ausblick.

Trotz eingefrorener Konten

Kapitalflucht in Zypern

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Das Risiko eines Austritts von Zypern aus der Währungsunion sei hoch, begründete Moody's in einer Stellungnahme den Schritt. Die Folgen der Umstrukturierungen der beiden großen Banken und die beschlossenen Kapitalverkehrskontrollen könnten die Gefahr eines Austritts erhöhen. In diesem Fall würden weitere Herabstufungen durch Moody's drohen.

Bei einem Austritt von Zypern aus der Eurozone und der Einführung einer neuen Währung würden alle zyprischen Wertpapiere an Wert verlieren. Dies dürfte zudem zu weiteren Verwerfungen im Bankensektor und in der Realwirtschaft führen.

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Zyperns Außenminister Ioannis Kasoulidis hatte der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ offenbart, dass das Land in der vergangenen Woche kurz vor der Entscheidung gestanden habe, aus der Eurozone auszuscheiden. „Das war eine Möglichkeit, die wir zeitweilig ernsthaft in Betracht ziehen mussten“. Es war das erste Mal, dass ein Minister eines Mitglieds der Eurozone zugab, sein Staat habe selbst einen Rückzug aus der gemeinsamen Währung erwogen.

Nach dem am Sonntag verabredeten Rettungspakt soll das zweitgrößte Geldhaus, die Laiki-Bank, abgewickelt werden. Ein Teil ihres Geschäfts wird von der Bank of Cyprus übernommen. Zudem werden auch Sparer mit Einlagen von über 100 000 Euro belastet.

Das kleine Euroland erhält im Gegenzug milliardenschwere Finanzhilfen seiner Europartner, die dem Staatshaushalt zugute kommen sollen. Zypern hat zudem am Abend massive Kapitalverkehrskontrollen beschlossen. Die Banken sollen an diesem Donnerstag wieder geöffnet werden.

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Von

dpa

Kommentare (2)

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so_long

28.03.2013, 00:09 Uhr

Paul Krugman: Spanien, Irland, Zypern. Wie vielen Beweisen bedarf es noch, dass der Euro eine Falle ist, und Länder ohne gute Optionen in die Krise stürzen kann?

Paul Krugman: Der zyprische Bailout-Deal wird die Verschuldung relativ zur Wirtschaftsleistung auf 140% anwachsen lassen, und wahrscheinlich wird die Wirtschaft stärker einbrechen, als in Griechenland - wie soll das funktionieren?

Paul Krugman: Wenn ich für den Verbleib Zyperns im Euro streiten müsste, würde ich hauptsächlich politisch argumentieren: Die Behandlung durch Brüssel und Berlin wäre besser, wenn man ein treuer Soldat bleibt. Aber oh Mann werden die Kosten dafür hoch sein.

Account gelöscht!

29.03.2013, 08:01 Uhr

Naja, drehe ich das mal um.
Solange Geldwäsche, Risikogeschäfte und ein Anteil von 50% des Bip durch Geldgeschäfte erwirtschaftet werden, gibt es ein "gutes Rating", fällt das weg, bekommt man ein schlechtes Rating.
Dann haben diese Speichellecker ja tatsächlich eine Existenzberechtigung.

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